Donnerstag, 14. März 2013

Vorbildlicher Schweizer Volksentscheid





 Vorbildlicher Schweizer Volksentscheid

Bin mal gespannt, in welcher Form die Schweiz die Vorgaben des 
jüngsten Volksentscheides umsetzen wird. Innerhalb eines Jahres muss 
dies geschehen, wenn ich das richtig verstanden habe.


Den Volksentscheid und besonders dessen Ergebnis fand ich klasse. Er 
gibt Aktionären wieder Macht in die Hand - sie selber können bestimmen, 
wie hoch die Vergütung der Vorstandsmitglieder sein soll. Keine 
Klüngelrunden im kleinen Kreis, die sich selber die Höhe von 
Bonuszahlungen etc. zuschustern - nein, das muss öffentlich von den 
Aktionären = Eigentümern des Unternehmens abgesegnet werden!

Finde ich famos. Übrigens viel besser als die Regelung, welche die EU 
vorgesehen hat: Ab 2014 sollen da die Bonuszahlungen bei Banken 
maximal das Doppelte des Festgehalts betragen.

Ehrlicher finde ich es da, dass die Eigentümer selber entscheiden sollen. 
Und die Eigentümer sind nun einmal die Aktionäre. Seit einigen Tagen gibt 
es Signale, dass sich auch in der EU etwas in dieser Richtung bewegen 
könnte.

Der Spiegel zitiert die Bundeskanzlerin so: "Sie finde es sehr gut, dass die 
EU nun einen Vorschlag erarbeite, wie nicht mehr allein die Aufsichtsräte, 
sondern auch die Aktionärshauptversammlungen die Spitzengehälter 
festlegen können." Da sind sich die Bundeskanzlerin und ich einig (ob sie 
das weiß?).

Im Grunde eine Selbstverständlichkeit. Die Aktionäre sollen ein Wörtchen 
mitreden - nicht nur das, sie sollen die Bezüge der Manager, welche für 
sie arbeiten, kontrollieren können. Auch deren Bonuszahlungen, "goldene 
Handschläge", Altersvorsorge etc. pp.

Da kann man doch nichts gegen haben, oder?

Kann man.

Der BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) kann. "In Deutschland 
besteht kein Bedarf für eine gesetzliche Neuregulierung", heißt es von 
dort. Dies sei ein "echter Wahlkampf-Schnellschuss".

Aha. Nehmen wir zur Kenntnis. Die angedachten Maßnahmen finde ich 
sehr, sehr positiv. Übrigens: Auch wenn es "nur" aus wahltaktischen 
Gründen geschieht. Selbst wenn jemand aus den falschen Gründen das 
Richtige tut, ist mir dies immer noch besser, als wenn dieses Gute ganz 
unterbleibt. 

Soviel für heute!

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Traders Daily
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