Donnerstag, 14. Februar 2013

Die Geothermie-Bohrungs-Phase 2 hat begonnen


(von Guido Elser) 14.02.2013



Geothermiebohrung 2013
Bohrung Schlattingen2 hat begonnen

Am Donnerstagmorgen begann mit einer Medienkonferenz und
zahlreichen Gästen vor Ort die zweite Geothermie-Bohrung bei Gemüse
Grob.


Schlattingen 

Nach Abschluss der erfolgreichen Erkundungsbohrung im Jahre 2012 
wurden nun am 14. Februar 2013 die Bohrarbeiten für die Produktions-
Bohrung Schlattingen 2 aufgenommen. Diese neuen Arbeiten wurden an 
eine neue Spezialfirma übergeben, nämlich an die Top Thermal GmbH aus 
Österreich A-4910 Ried im Innkreis. 

Die bisherige Firma stand wegen einer Verpflichtung bei der deutschen 
Bundeswehr nicht mehr zur Verfügung Die neuen Bohrgerätschaften 
wurden in den vergangen Tagen installiert, sodass mit dem Bohren am 
14. September termingerecht begonnen werden konnte. 

Zum Erstellen dieser zweiten Bohrung ist wiederum das bewährte frühere 
Projektteam im Einsatz. Auch der Standorte der Bohrung ist wieder am 
gleichen Ort. Aufsichtebehörde ist wiederum der Kanton Thurgau (AFU 
Thurgau) Die Bauherrschaft liegt wiederum bei Grob Gemüse und 
Landbau. 

Auch diese zweite Bohrung wurde nur möglich dank der namhaften 
Unterstützung durch den Kanton Thurgau, das Bundesamt für Energie 
und die Klimastiftung Schweiz.

Regierungsrat und Gemeideammann hatten das Wort 

An der Medienkonferenz ergriffen Bauherr Hansjörg Grob, Regierungsrat 
Kaspar Schläpfer, Gemeindeammann Peter Mathys und diverse 
Bohrfachleute das Wort. Diese Konferenz fand in einer angenehm 
warmen Gemüse-Treibhaus Halle statt.

Hansjörg Grob gab seiner Freude Ausdruck über das grosse Interesse, 
auf das diese Medienkonferenz stiess. Schläpfer verwies auf die 
Vorreiterrolle hin, die der Kanton Thurgau mit seiner Beteiligung an 
diesem Werk um alternative Energiegewinnung spielt. 

Mathys betonte, dass er sich als Bindeglied zwischen der 
Geothermiebohrung und der Bevölkerung sehe. Und er könne sagen. 
dass die Bevölkerung dem Projekt gegenüber sehr positiv eingestellt sei 
und dass ihm keinerlei geäusserte Ängste wegen Lärm, Staub oder 
allfälligen Erdebeben zu Ohren gekommen seien. 

Schrägbohrung wurde vorgestellt

Fachleute stellten nun die Bohrung Schlattingen 2 vor, die anders 
verlaufen wird als die Bohrung Schlattingen 1. 

Im Gegensatz zur nur vertikal abgeteuftenBohrung Schlattingen 1 wird 
nun die Bohrung Schlattingen 2 als Schrägbohrung ausgeführt. Sie ist bis 
in den oberen Bereich Malmkalk zuerst auch vertikal und wird dann wird 
nach etwa 500 um etwa 45 Grad abgelenkt gebohrt. 

Um dann dann in einer Tiefe von etwa 1200 Metern wird die Bohrung 
horizontal weitergeführt, um das hier zirklulierende Thermalwasser 
optimal zu erschliessen.. Diese Horizontalbohrung wird über 1800 bis 
2200 Meter in Richtung des nahen Rheins weitergeführt. 

Das ist die Region des oberen Muschelkalks, wo man b ei der ersten 
Bohrungg auf 62 Grad warmes Thermalwasser gestossen ist. Die 
Geologen rechnen nun damit, mit dieser zweiten Bohrung mengenmässig 
noch stärkere Thermalwaservorkommen als bei der ersten Bohrung zu 
erschliessen. 

Aber ob der erwartete Erfolg eintreffen wird, ist nach wie vor nicht 
gesichert. Alle Beteiligten gehen da weiterhin ein Risiko ein. Da man den 
Untergrund von der ersten Bohrung her gut kennt, wird diese zweite viel 
kompliziertere Bohrung bedeutend schneller vorangehen als die erste 
Bohrung, und man arbeitet wieder im 24 Stunden-Betrieb.

Wärmetechnische Erschliessung der Gewächshäuser

Es ist vorgesehen, nach der Bohrung die wärmetechnischen Erschliessung 
zu den Gewächshäusern zu erstellen, 

Die neue Bohranlage ist bedeutend grösser als die Anlage für die 
Bohrung Schlattingen 1. Die Turmhöhe beträgt neu 38 Meter und dieser 
Turm ist nun ein paar Monate lang ein Wahrzeichen in der Region. Die 
Gerätschaften für die neue Anlage wurden mit 33 LKW-Ladungen 
antransportiert.


Guido Elser (ge) 
© Text und Fotos von Guido Elser




Hanjörg Grob «Freude herrscht bei Grob Gemüse»


Regierungsrat Kaspar Schläpfer: «Mit der Beteiligung des Kantons an diesen Bohrungen spielt der
Thurgau eine Vorreiterrolle bei dieser Art Energiegewinnung»


Der 38 Meter hohe Bohrturm bleibt für ein paar Monate ein Wahrzeichen der Region


Am Bohrturm
 



Kommentar veröffentlichen

Teilen