Sonntag, 13. April 2014

Meinung über die Schweizer *** "Viele sind Wohlstands-Chauvinisten"


INTERVIEW

Plakat mit der Aufschrift:
Interview zum Schweizer Referendum

"Viele sind Wohlstands-Chauvinisten"

Viele Gutverdiener haben die Kampagne "gegen Massenzuwanderung" unterstützt. Die Schweiz ist kein Einzelfall. Nicht die Verlierer, sondern vor allem die Profiteure der EU unterstützen europafeindliche Parolen, meint Politikwissenschaftler Florian Hartleb im Interview mit tagesschau.de.
tagesschau.de: Welche Wählerschichten haben in der Schweiz "gegen Masseneinwanderung" gestimmt?
Florian Hartleb: Die Initiative wurde von der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei gestartet mit dem finanzstarken Rechtspopulisten Christoph Blocher als Strippenzieher im Hintergrund. Für die Initiative haben aber nicht nur deren Wähler gestimmt, sondern sehr viele andere. Interessant dabei ist, dass es den Unterstützern dieser Kampagne mehrheitlich gut geht. Sie haben ein gutes Einkommen, gehören zur Mittelschicht oder sogar zur gehobenen Mittelschicht. Überhaupt ist ja die Arbeitslosigkeit in der Schweiz sehr gering. Dem Land geht es gut.
alt Florian Hartleb (Bildquelle: Konrad-Adenauer-Stiftung)

Zur Person

Der Politikwissenschaftler Florian Hartleb beschäftigt sich mit Rechts- und Linkspopulismus. Er ist Co-Autor einer Studie zur Europafeindlichkeit von der Konrad-Adenauer-Stiftung
tagesschau.de: Die Schweiz hat von den EU-Abkommen profitiert. Warum gibt es dort dennoch diese starke Stimmung gegen Zuwanderung und gegen Europa?
Hartleb: Die Unterstützung für europafeindliche Tendenzen wächst gerade in den reicheren Ländern Europas, denen also, die über Jahre von der Europäischen Einigung profitiert haben - so wie auch die Schweiz. Diese Tendenz gibt es aber zum Beispiel auch in Finnland, Norwegen, den Niederlanden. Und es ist ja die Frage, wie solche Referenden in anderen Ländern ausgehen würden. Die direkte Demokratie in Schweiz ist nicht ungefährlich. Wir haben das schon beim Referendum zum Bau von Minaretten in der Schweiz erlebt. Bei diesen Referenden gewinnen die Populisten oft die Oberhand.

"Agenda um Migrationsfeindlichkeit erweitert"

tagesschau.de: Die AfD wirbt nun mit dem Schweizer Zuwanderungsrecht nach dem Motto "mehr Schweiz wagen". Ist das überraschend?
Hartleb: Die AfD hat den Moment geschickt abgepasst, um ihre Agenda zu erweitern - vom eurokritischen Kurs hin zu einer immigrationsfeindlichen Agenda. Mit beiden Themen lassen sich sehr gut Stimmen gegen Europa mobilisieren. Das ist auch das Ergebnis unserer Studie von der Konrad-Adenauer-Stiftung.
tagesschau.de: Welche sozialen Schichten in Europa sind empfänglich für solche Kampagnen?
Hartleb: Viele denken, die Unterstützung für den Rechtspopulismus und die Europafeindlichkeit kommt von den Modernisierungsverlierern und aus bildungsfernen Schichten. Aber das ist ein Irrtum. Viele Unterstützer sind Wohlstands-Chauvinisten. Sie leben wirtschaftlich sehr gut behütet, sind wohlhabend und gehören zur Mittelschicht. Sie haben Angst, dass ihnen durch mehr Zuwanderung etwas verloren gehen könnte, dass sie ihren erworbenen Wohlstand teilen müssen. Die Schweiz ist ein gutes Beispiel dafür.

"Charismatische Führungsfiguren, wohlhabende Unterstützer"

tagesschau.de: Was haben die Rechtspopulisten in Europa gemeinsam?
Christoph Blocher (Bildquelle: KEYSTONE)
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Der Milliardär Christoph Blocher war Strippenzieher der Kampagne gegen Zuwanderung.
Hartleb: Es handelt sich meist um charismatische gut situierte Führungspersönlichkeiten. Christoph Blocher ist ein Milliardär - ein Unternehmer, der sich in die Politik einmischt. Die meisten rechtspopulistischen Projekte, die derzeit erfolgreich sind, funktionieren nach dem Modell des politischen Unternehmertums.  Das ist so etwas wie ein neuer Typus - der österreichische Rechtspopulist Haider war einer der ersten von diesem Schlag. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass dies schon die zweite Generation der Rechtspopulisten in Europa ist. Seit den siebziger und achtziger Jahren gibt es die europafeindlichen Stimmungen - besonders in den skandinavischen Ländern. Der Rechtspopulismus ist also kein neues Phänomen.
tagesschau.de: Wie groß ist die Gefahr eines wachsenden Rechtspopulismus in Europa?
Hartleb: Ich würde nicht unbedingt von einem wachsenden Rechtspopulismus sprechen. Es gibt ja auch starke linkspopulistische europafeindliche Stimmungen. Mit Sicherheit gibt es aber einen wachsenden Euroskeptizismus und Anti-Elitismus, also eine Unzufriedenheit mit den politischen Eliten auf nationaler und auf europäischer Ebene. Die Frustration gegenüber den politischen Eliten in der EU ist so groß wie nie zuvor. Brüssel wird als bürokratischer Apparat erlebt, der sich in alles einmischt. 

"Die EU als Erfolgsgeschichte verkaufen"

tagesschau.de: Wie lässt sich gegen dieses Image steuern, was muss die EU ändern?
Hartleb: Derzeit wird von den politischen Eliten in Europa ganz stark vor der Gefahr des Rechtspopulismus gewarnt - obwohl die Parteien oft in sich zersplittert sind und keine einheitliche Kraft in Europa darstellen. Ich fände es ratsam, nicht so sehr gegen die europaskeptischen Kräfte zu agieren und vor ihnen zu warnen, weil sie das nur populärer macht. Wir sollten nicht den Teufel an die Wand malen.
Europaparlament in Straßburg (Bildquelle: dpa)
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Die Politik sollte Europa selbstbewusst als Erfolgsgeschichte verkaufen, rät Hartleb.
Wir sollten Selbstbewusstsein zeigen und Europa stärker als Erfolgsgeschichte darstellen. Dazu haben wir allen Grund. Es geht den EU-Ländern heute besser als früher. Der Euro und die Zuwanderung innerhalb Europas sind Erfolgsgeschichten. Mit diesen Leistungen können wir punkten. Das müssen wir stärker betonen, statt vor europafeindlichen Stimmungen zu warnen.
Das Interview führte Simone von Stosch, tagesschau.de.
Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 11. Februar 2014.

Ich habe Euch dieses Video hier dazugestellt:



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Freitag, 28. März 2014

Massimo Portmann *** Mit der Politik on Tour



Massimo Portmann 

FDM on Tour

Veröffentlicht am 27.03.2014

Massimo on Tour (Unterwegs in Zürich).

Die Themen:
- Menschen und Verkehr in Zürich
- SBB
- Doppelte Staatsbürgerschaft und Reimann
- Die Kriminalstatistik und die Polizei
- Kuscheljustiz: Demo und Gegendemo

Ausserdem die letzte Sendung vor der Frühlingspause.

Noch mehr Massimo findet ihr auch im Frühling hier:
https://www.facebook.com/massimo.port...
https://www.facebook.com/massimoportm...
http://instagram.com/massimoportmann




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Grosse Ertragsverluste durch Kormorane (neue Fakten)


 
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Samstag, 22. März 2014

Einladung zu einer Veranstaltung *** Namibia - Land der Träume
















Land Ihrer Träume

Berufsjäger und Safariveranstalter Jürgen Matthaei informiert sie auf
einer Infoveranstaltung zu diesem Thema durch Video und Diashow.


Allfällige Interessenten für eine Jagd- oder Fotosafari erhalten auf
Wunsch Auskunft auf sämtliche Fragen direkt vom Veranstalter.


Wann: 19. April 2014 Beginn: 14.00 Uhr


Wo: Im Restaurant Hirschen – Hüttwilen (Wirt und Jäger Alois Frei)


Auskunft und Anmeldung:        Martin Huber Tel./Fax 052 746 12 85
E-Mail: mahu@leunet.ch         Kirchweg 3
www.huber-seebachtal.ch      8524 Buch b. Frauenfeld



















Fukushima - Hand in Hand gegen das Vergessen




Menschenketten auf acht Rheinbrücken in der Schweiz, Deutschland und Frankreich

Hand in Hand gegen das
Vergessen

SCHAFFHAUSEN / FEUERTHALEN.
Gut 5200 Menschen von Weil am Rhein über Fessenheim bis Strassburg bildeten auf acht Rheinbrücken Menschenketten gegen das Vergessen der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Abfällige Kommentare von Velo- und Autofahrern liessen nicht lange auf sich warten.

VON JURGA WÜGER

Acht Brücken in Deutschland, Frankreich und der Schweiz waren am Sonntag in einem Ausnahmezustand. Hand in Hand gegen das Vergessen der Reaktorkatastrophe in Fukushima verbündeten sich die Menschen für einen grenzübergreifenden Atomausstieg und für eine saubere Zukunft der Nachkommen. 

Auf der Rheinbrücke Schaffhausen-Feuerthalen waren mehr als 200 Menschen anzutreffen. Weinländer Widerstand Bewegungen: Kernfrauen, Klar!Schweiz, Klar!Schaffhausen, Sterntreffen Benken, Hochrhein aktiv und AKW Nein riefen dazu auf. 

Alle Generationen standen mit gelben Ballonen «bewaffnet» und hielten eine Schweigeminute für die Opfer von Fukushima ab. Davor schreckten einige Auto- und Velofahrer nicht ab: sie kurbelten Autoscheiben hinunter und riefen: «Euch muss man den Storm abstellen, dann hätten ihr einen richtigen Grund hier zu stehen», oder «Leck du, schau mal diese Idioten doch an. Als wenn sie Zuhause keinen Strom hätten. Hirnrissig.»

Alles weit weg?

«Fukushima auf dem Teller in der Schweiz», lautete vor ein paar Wochen eine Schlagzeile. Fakt ist, dass jeder Tunfisch, der in den Gewässern vor Kalifornien untersucht wurde, war mit Radioaktivität belastet, die vom havarierten Kraftwerk in Fukushima stammt. 

Alles weit weg? Von wegen! Auch auf dem hiesigen Fischmarkt landet Ware aus dem Pazifik. Gelbflossen Thunfische erreichen bis heute den Konsumenten täglich. Die Belastung sei gering und somit bedenkenlos, heisst es von der zuständigen Stelle. 

Menschen aus ihren Häusern vertrieben

In Japan sind die Folgen bereits sichtbar: Schmetterlinge sind deformiert. Die Fischindustrie in der Region wurde heruntergefahren. Dutzende Arten sind aufgrund hoher radioaktiver Werte nicht mehr zum Verzehr geeignet. 160.000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben und werden dort auch nicht mehr zurückkehren. Eine Epidemie unter Seelöwen alarmiert die Wissenschaftler. 

So sind vor Südkalifornien rund 45 Prozent aller Jungtiere gestorben. In Kalifornien fanden Wissenschaftler bei einem Test heraus, dass 15 von 15 Blauflossen-Thunfischen mit Strahlung aus Fukushima kontaminiert waren. BBC News berichtete kürzlich, dass Strahlung rund um Fukushima «18 Mal höher» ist als bisher angenommen wurde. 

Es wird geschätzt, dass bis zu 100 Mal so viel radioaktive Strahlung durch Fukushima im Ozean freigesetzt wurde wie während der gesamten Katastrophe von Tschernobyl.

Grossflächige radioaktive Welle

Das US-Gesundheitsministerium hat bereits vorsorglich und kurzfristig Jod-Tabletten geordert. Der Grund ist eine grossflächige radioaktive Welle, die nach einem langen Weg von Japan über den Pazifik auf die US-Küste zusteuert und in diesem Frühling sie erreichen wird. 

Die Liste ist lang. Und was macht die Regierung von Japan? Per Ende Jahr wurde Fukushima dem Staatsgeheimnis gleichgestellt. Es dürfen keine Informationen mehr an die Öffentlichkeit durchsickern.

«Gegen das Vergessen» lautete das Motto am Sonntag. Es stellt sich die Frage, ob mehr als 200 Menschen, die auf der Rheinbrücke Hand in Hand gegen das Vergessen protestierten, eine grosse, oder eine eher überschaubare Runde war.













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