Es wird uns wohl wieder ein großes Theater vorgespielt von den Medien,
der Politik, vom IWF… usw. Man hat gar nicht die Absicht einen Grexit
durchzuführen, weil dann große Banken und Finanzinstitutionen ihr Geld nicht
zurück bekämen. Und das geht gar nicht – oder?
Die europäischen Steuerzahler
können weiterhin die Großbanken mästen (und selbst Sparpolitik in Kauf nehmen)
und da vor allem die starken Länder der EU – die anderen haben ja nix, werden
selbst unterstützt.
Das
ist eine schamlose Politik und viel, viel dreckiger wie wir es uns
Normal-Sterbliche vorstellen können. Das versuchen sie mit allen Mitteln zu
verschleiern und zu verbergen.
Hier einige Ausschnitte von heise.de
Am 30. Mai veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) einen
Artikel unter der Überschrift "IWF schließt einen Grexit nicht aus". Der Text
enthielt unter anderem Auszüge aus einem Gespräch mit IWF-Chefin Christine
Lagarde. [...]
Der IWF bittet darum, die Formulierung "Der Austritt Griechenlands
ist eine Möglichkeit" durch die Formulierung "Niemand wünscht den Europäern
einen Grexit" zu ersetzen.
Kann man Griechenland zynischer
diskreditieren und die europäische Bevölkerung auf perfidere Weise unter Druck
setzen, als ihr gegenüber Mitleid mit einem "Grexit" zu heucheln...?
[...]
Die FAZ bemüht sich damit aber
keinesfalls um die objektive Wahrheit, sondern verfolgt ganz einfach die
Interessen des deutschen Finanzkapitals, als deren Sprachrohr sie sich seit
langem betätigt. Wie? Indem sie in ihrem Artikel - wie alle
übrigen deutschen Mainstream-Medien - die Lüge verbreitet, mit der das deutsche
bzw. das europäische Finanzkapital einerseits und das amerikanische
Finanzkapital andererseits sich derzeit gegenseitig unter Druck zu setzen und
dabei die Öffentlichkeit zu täuschen versuchen:
Die Lüge vom angeblich
möglichen "Grexit".
Um es klar und deutlich zu sagen: Ein solcher Grexit ist absolut
ausgeschlossen. Die EU kann Griechenland nicht aus der Eurozone werfen, ohne
dabei finanzielle, ökonomische und soziale Folgen zu riskieren, die die Eurozone
zerstören würden.
Griechenland wiederum kann den Staatsbankrott nicht erklären,
ohne das Weltfinanzsystem mit in den Abgrund zu reißen. Grund dafür sind
Kreditausfallversicherungen, die bei den größten US-Banken und bei der Deutschen
Bank in Frankfurt lagern, deren Höhe aber – ganz legal - vor den Augen der
Öffentlichkeit verborgen wird.
Warum engagiert sich
der IWF in Griechenland?
Warum aber wird dieser Grexit trotz dieses Tatbestands immer wieder in die
Diskussion gebracht? Um diese Frage zu beantworten, sollte man sich zunächst
einmal folgender Frage zuwenden: Wieso engagiert sich der IWF überhaupt in
Griechenland?
Interessiert ihn das
Schicksal arbeitsloser Jugendlicher, hungernder Rentner oder verzweifelter
Kranker, die ihre Medikamente nicht mehr bezahlen können? Ist er daran
interessiert, seinen europäischen Verbündeten in schwierigen Zeiten unter die
Arme zu greifen, um ihnen aus einer Notlage zu helfen?
Ganz gewiss nicht. Der IWF ist nur aus
einem einzigen Grund als Teil der Troika in Griechenland unterwegs: Weil er dort
die Interessen amerikanischer Finanzinstitutionen wie JP Morgan, der Bank of
America, Goldman Sachs oder der City Group vertritt.
Er muss mit allen Mitteln
dafür sorgen, dass deren ausstehende Kredite zurückgezahlt werden und diese
Institutionen sich auch weiter am Niedergang des Landes bereichern können. Zu
diesem Zweck muss er um jeden Preis verhindern, dass es zu einem griechischen
Staatsbankrott kommt.
Dieses Ziel zu erreichen, wird
allerdings immer schwieriger und vor allem immer kostspieliger.
Deshalb versuchen sowohl der IWF, als auch die über den ESM für viele Milliarden
bürgende EU (und innerhalb der EU vor allem das für die höchste Summe bürgende
Deutschland), sich gegenseitig den Löwenanteil der notwendigen Zahlungen zur
Vermeidung eines griechischen Staatsbankrotts zuzuschieben.
[...]
Es ist einzig und allein dieser Konflikt zwischen den USA (vertreten
durch den IWF) und der EU (vertreten durch EU-Kommission und Europäische
Zentralbank), der derzeit das Verhalten beider Seiten bestimmt.
Es ist ein rücksichtsloser
Machtkampf, der sich vor allem durch zwei Merkmale auszeichnet: Dass er die
Öffentlichkeit durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen hinters Licht führt
und dass er zudem auf dem Rücken der Betroffenen, nämlich der griechischen
Bevölkerung, ausgetragen wird.
Leiden der Menschen
sind Manövriermasse der Hochfinanz und Politik
Das Schicksal von Menschen, deren Lebensstandard durch sechs Sparprogramme
drastisch gesenkt wurde, von denen viele ohne Arbeit und unversichert in eine
unsichere Zukunft blicken, deren Lebensabend durch Rentenkürzungen zerstört
wurde, von denen die Schwächsten und Hilfsbedürftigsten ohne medizinische
Versorgung auskommen müssen, ist den Beteiligten aus Hochfinanz und Politik
dabei vollkommen gleichgültig.
In den Augen des IWF, der EU und auch der Medien
sind diese Opfer der Krise nichts anderes als eine anonyme Manövriermasse, deren
Zukunft der Gier von Bankern und der Geltungssucht von Politikern unterzuordnen
ist.
Wie der FAZ-Artikel belegt, sehen die Mainstream-Medien ihre Rolle darin,
diese Kräfte zu unterstützen, indem sie die wahren Hintergründe des Konfliktes
verschleiern und die Öffentlichkeit gezielt durch das Aufbauschen eines in
Wirklichkeit ausgeschlossenen "Grexit" in die Irre führen.
Von
Ernst
Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des
Buches
"Weltmacht IWF –
Chronik eines Raubzugs", erschienen im Tectum-Verlag,
Marburg.
Meinungsmache und Lügen im Interesse der
Finanzelite
Interessant auch dieser Artikel von Ernst Wolff:
Wie nah am Abgrund steht das globale
Finanzsystem?
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45024/1.html
Gruß Hubert