Dienstag, 20. Mai 2014

Politik in Oesterreich *** Tabulos




Tabulos

Im Institut für höhere Studien und Wirtschaftsforschungsinstitut begrüßt man Spindeleggers Vorstoß, das Einkommensteuergesetz durchforsten zu wollen. Die Experten, also jene Kaffeesudleser, die das Wirtschaftswachstum prognostizieren und in regelmäßigen Abständen ihre Prognosen korrigieren, jubeln angesichts des Vorhabens, neue Lohnsteuerquellen zu erschließen.
Christian Keuschnigg, Chef des IHS, stellt auch die Steuerbegünstigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld in Frage. „Auch die Begünstigung der Sonderzahlungen darf kein Tabu sein.“ Der letzte Finanzminister, der auf die Sonderzahlungen zugreifen wollte, war relativ schnell seinen Job los. Andreas Staribachers Amtszeit dauerte knapp neun Monate.
Diese unverschämte Art der Schwarzen die Belastungsgrenzen der Bevölkerung auszuloten erinnert stark an die Schüssel-Regierung. Damals verkündete der VP-Bonsai großartig die Ungleichbehandlung von Angestellten und Arbeitern bei rankenstand beseitigen zu wollen. 
Prinzipiell eine gute Idee. Rausgekommen ist, dass die Entgeltansprüche nach wie vor gravierende Unterschiede aufweisen, aber der Entgeltfortzahlungsfonds, in den Unternehmer einzahlten, um im Krankheitsfall eines Arbeiters Geld refundiert zu bekommen, ersatzlos gestrichen wurde.

Damit das im Fonds befindliche Geld nicht verfault, hat sich KHG in seiner Funktion als Finanzminister in seiner unendlichen Güte dazu bereiterklärt, es dem Budget einzuverleiben.
Bei dieser Gelegenheit hätte ich einen Vorschlag an IHS, WIFO und den Oberschwindlichen. Abfertigung für Dienstnehmer gibt es außer bei uns nirgendwo. Also ist es wettbewerbsverzerrend und hindert die Wirtschaftsentfesselung vehement.

Daher – weg damit. Und mit dem Geld, das bis jetzt in den Abfertigungskassen angespart wurde, können wir gemütlich die Hypo retten.
So, Spindi, für diesen Vorschlag kriege ich aber schon einen kleinen Posten als Sektionschefstellvertreterhutständer mit Pensionsanspruch.
franzjosefs


Montag, 19. Mai 2014

Frankreichs Bankrott wird die Deutschen teuer zu stehen kommen



By Roger 


Frankreichs Bankrott wird die Deutschen
teuer zu stehen kommen

Frankreich ist wie Italien auf dem besten Weg in die Insolvenz. Dabei ist die Haftungsunion nichts anderes als eine Motivation, um so viel Schulden wie möglich zu machen, ein anderer wird ja zahlen. Doch die Deutschen halten sich naiv beide Augen zu und hoffen, dass alles schon gut gehen wird.
Reuters
Dass Italien so gut wie bankrott ist, weiß auch bei uns jedes Kind. Politiker und Komiker Beppe Grillo schätzt, dass Italien irgendwann im Herbst die Kohle ausgehen wird. Bereits heute hat die italienische Regierung Mühe ihre Verbindlichkeiten einzuhalten.
Aber es ist ja nicht so schlimm, wenn Italien, die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone, pleite geht.
Hauptsache Deutschland und Frankreichkönnen mit ihren Scheckbüchern den Rest der maroden Euroländer über Wasser halten.
Doch leider lässt Frankreich die Deutschen im Regen stehen. Denn Frankreich ist, genau wie Italien, ebenfalls so gut wie bankrott.
Bis vor kurzem hatte die französische Regierung noch damit geprahlt, dass die Grande Nation dieRezession hinter sich gebracht hätte. Ein Wachstum der Industrieproduktion von 0,3 % stünde vor der Tür. Doch letzte Woche mussten die Herren zugeben, dass die Industrieproduktion leider um 1,4 schrumpfte. So ein Pech.
Frankreich, das Land der Planwirtschaft und der 35-Stunden-Woche, in dem die Arbeiter bereits mit 60 in Rente gehen, welches einen Höchststeuersatz von 75 % hat und keinerlei Begrenzung der eigenen Schulden in Kauf nimmt, ist auf dem besten Weg, das Sorgenkind der Deutschen zu werden.
Warum die finanziellen Schwierigkeiten der Partnerländer in der Eurozone durch die Haftungsunion weiter wachsen werden, beschrieb der ehemalige Präsident des slowakischen Parlaments, Richard Sulik, vor geraumer Zeit in einem Kommentar für ZEIT Online sehr schonungslos: „Es entsteht [durch die Haftungsunion; Anm. d. Red.] eine unheimlich starke Motivation, Schulden zu machen (...) Natürlich meine ich (...) Frankreich, das jegliche Kontrolle ablehnt und ablehnen wird, weil es die Grande Nation ist. Und eine Grande Nation wird sich von Brüssel nichts vorschreiben lassen. Wenn es um mehr geht als um deutsches Geld, endet nämlich der europäische Gedanke sehr schnell."
Aber mit einem Bankrott Frankreichs fangen die Probleme der Deutschen erst richtig an. Denn die Deutschen werden für Italien wie Frankreich aufkommen müssen.
Ohne je eine realistische Chance zu haben aus dem Jammertal herauszukommen, werden die deutschen Steuerzahler auf ewig -oder bis zum Austritt der Bankrotteure aus dem Euro - alle Schuldensünder in der Eurozone finanziell unterstützen müssen.
Günther Lachmann von Deutsch Türkischen Journal beschrieb dazu treffend den „Weg in die Knechtschaft", bzw. in die „Schuldendiktatur".
Durch „Garantien in Milliardenhöhe", welche von unseren gewählten Politikern gewährt wurden, verpfänden wir Deutschen die „volkswirtschaftliche Leistung zukünftiger Generationen".
Und das tun wir nur, weil wir nicht eingestehen wollen, dass der Euro gescheitert ist.


Sonntag, 18. Mai 2014

Politisches aus Oesterreich *** Zierbrunnenmünzraub




Zierbrunnenmünzraub

Dagmar Belakowitsch-Jenewein, in weiterer Folge schlicht BJ genannt, ist Gesundheitssprecherin der FPÖ. Das allein ist zwar noch nicht verwerflich, bedenklich ist es allemal. Krank, wie die Effen sind, bräuchten sie ganz dringend einen Arzt aber keine Gesundheitssprecherin.
Egal. BJ ist gerade dabei, einen handfesten Justizskandal aufzudecken. Da sich seit einigen Jahren die Beschwerden häufen, dass immer mehr organisierte Banden in Zierbrunnen steigen und dort Geldstücke entwenden, stellte BJ eine Anfrage an Innen- bzw. Justizministerium. 
Sie möchte wissen, wie viele Anzeigen wegen Münzdiebstahls aus Brunnen seit dem Jahr 2008 erstattet wurden, wie hoch die jeweilige Beute war, welche Nationalität die angezeigten Personen angehören, ob es Anzeichen darauf gibt, dass die angezeigten Mitglieder aus organisierten Bettlerbanden stammen und ob es diesbezüglich zu Verurteilungen kam.
Nein, das soll jetzt nicht die für Heiterkeit sorgende Wochenend-Wuchtl sein, die ich mir ausdachte, weil das Wetter eh so beschissen ist. Das ist die Wahrheit und politischer Alltag in Österreich.
BJ verweist in ihrer Anfrage darauf, dass das „Werfen von Münzen in Zierbrunnen, um Glück, Wohlstand oder Gesundheit zu erhalten oder wiederzulangen“, ein alter Volksbrauch sei. Mit dem Diebstahl der Münzen werde „das Brauchtum zerstört, da immer weniger Touristen Geld in die Brunnen werfen“. Außerdem handle es sich um den Tatbestand des Diebstahls oder der Unterschlagung.
Schon unlängst habe ich die Theorie vertreten, dass es irgendwo in diesem Land ein geheimes Idiotenreservoir gibt, aus dem die politischen Parteien ihr Personal rekrutieren. Den Bodensatz dieses Reservoirs findet man zweifelsfrei in der FPÖ.

Samstag, 17. Mai 2014

Politische Analyse *** Warum einige Staaten unbedingt Krieg brauchen




Warum einige Staaten unbedingt
Krieg brauchen


von Martin Armstrongs, Armstrongeconomics.com

Russland führte an seinen Grenzen zu Lettland und Estland Militärübungen durch. Putin glaubt, dass sich eine Nation vor allem über seine Landmasse definiert – nicht über seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Das ist natürlich ziemlich Alte Schule, und es scheint, als wären zurzeit alle darauf aus, das nächste römische Imperium zu errichten.

Das Problem ist nur, dass Rom Straßen gebaut und Wirtschaften errichtet hat. Rom hat die Länder, die es eroberte, in Schwellenmärkte verwandelt. Darüber hinaus machten sie die Menschen der eroberten Gebiete zu römischen Bürgern und gaben ihnen somit dieselben Rechte. Mit anderen Worten: Das römische Imperium baute eine Wirtschaft auf – etwas, das seitdem von keinem Reich mehr getan wurde.

Russland kann Osteuropa innerhalb weniger Tage oder Wochen erobern. Und was dann? Unterdrückung ist weder Macht noch Größe, und dadurch wird man auch keinen Frieden bringen, so wie es Rom durch den Pax Romana tat. Die Ära des Imperiums ist vorbei und wird nicht wieder kommen. Wirtschaftliche Macht ist stärker als das Schwert.

Der Westen wird von Russland gegenwärtig an jeder Front ausgespielt, da sich die Wirtschaft des Westens im Niedergang befindet und Russland Blut riecht. Und die Wahrscheinlichkeit eines Kriegs im asiatischen Raum darf auch nicht ignoriert werden. Während die Wirtschaft in den Sinkflug übergeht, könnte es zwischen China und Japan zu einem Krieg kommen. Wir hatten ja bereits in unserem Kriegszyklus-Bericht darauf hingewiesen, dass der Zyklus chinesischer Grenzstreitigkeiten mit dem Kriegszyklus zusammenfällt.

Krieg und Wirtschaft stehen miteinander in Zusammenhang. Dem Ersten Weltkrieg ging der wirtschaftliche Niedergang Europas und die 26-jährige lange Depression voraus, genauso wie dem Zweiten Weltkrieg die Große Depression vorausging. Wenn die Wirtschaft boomt, gibt es keinen großen internationalen Krieg. Geht die Wirtschaft jedoch in den Sinkflug über, war´s das – das ist dann die Zeit, wo selbst alte Wunden wieder aufgerissen werden.

Und da die westlichen Wirtschaften derzeit im Niedergang sind und keine Hoffnung darauf besteht, die Hölle der Rentenkrise zu überstehen, wird Krieg notwendig, um den gebrochenen wirtschaftlichen Versprechungen zu entkommen. 

Allein schon dass man diese Feststellung machen muss, ist traurig. Aber die Mehrheit der Bevölkerung ist einfach bloß eine Herde von Schafen, die nicht weiter blicken kann als bis zum Hinterteil des Schafs, das vor ihnen steht.

Russland zieht NATO-Botschafter ab: Die Lage gerät außer Kontrolle

Die USA haben Russland nun schon seit geraumer Zeit mit Atomwaffen eingekreist, und sie haben die Lage in der Ukraine so stark eskaliert, dass wir nun am Rande eines Kriegs stehen. Die NATO hat ihre Zusammenarbeit mit Russland aufgrund der Krimkrise eingestellt, und diese Leute glauben allen Ernstes, dass sie damit irgendetwas erreichen können.

Russland hat seinen NATO-Botschafter abgezogen, und der Westen ist einfach nur durchgeknallt. Die Krim gehörte ursprünglich nicht zur Ukraine, und das sollte auch respektiert werden, da die Krim ein Geschenk zu Sowjetzeiten war. Das ist auch der Grund, warum ich von Anfang an gesagt habe, dass man Russland die Krim zurückgeben sollte, da es andernfalls nur zu einem Krieg kommen würde.

Russland ist nicht irgendein Dritte-Welt-Land, das man schikanieren und zwingen kann, das zu tun, was der Westen verlangt – und erst recht nicht vor dem Hintergrund, dass die westlichen Wirtschaften zurzeit am Rande des Zusammenbruchs stehen und in derselben Situation sind, in der sich Russland 1991 befand.

Putin weiß, dass Atomwaffen keine Rolle spielen, da ohnehin niemand auf den Knopf drücken wird. Nichtsdestotrotz ist die Krim schon seit der Antike ein strategisch bedeutsames Stück Land gewesen, ja es war sogar der Vorposten, von wo aus der Schwarze Tod nach Europa gebracht wurde. Historisch gesehen war diese Region der Krisenherd, auf den unsere Modelle hinwiesen, und bisher scheinen sie diesbezüglich genau ins Schwarze getroffen zu haben.

Hier sehen Sie eine alte Münze aus dieser Region. Man sieht darauf einen Gorgonen, wie er Ihnen die Zunge rausstreckt. Es hat sich während der letzten Jahrtausende also nicht allzu viel geändert.




Teile und Herrsche: Der Westen kann Russland nicht aufhalten

Putin unterstützt Syrien jetzt nach der Krimkrise noch stärker öffentlich. Der Westen kann Russland nicht aufhalten, und das weiß er auch. Die Pipeline, die durch Syrien gehen soll, aufzuhalten, ist für Russlands Einfluss in Europa von entscheidender Bedeutung, und die USA werden ab 2015 damit beginnen, Erdgas nach Europa zu liefern. In Syrien geht es einzig um Energielieferungen, um Europa zu helfen – das hat nichts mit der Bevölkerung vor Ort zu tun.

Die Rebellen sind religiös motiviert, und würden sie Assad ersetzen, ja was wäre dann? Hätten wir dann eine weitere islamische Nation, die die USA zum Feind hat? Putin betreibt eine Teile-und-Herrsche-Strategie, und Syrien ist sein engster arabischer Verbündeter. Sein Sieg in der Ukraine und die Erkenntnis der NATO, dass Russland die Ukraine innerhalb von drei bis fünf Tagen einnehmen könnte, erlauben es ihm, die Forderungen der USA und Europas, Assad solle zurücktreten, einfach zu ignorieren. Er kann Assad stützen, um einen totalen Sieg sicherzustellen und zu verhindern, dass die Pipeline mit russischen Erdgaslieferungen in Wettbewerb treten würde.

Die USA und Europa haben letzten Monat Dutzende von Putins Leuten mit Einreiseverboten belegt und ihre Vermögenswerte eingefroren, um gegen die Besitzergreifung der Krim zu protestieren, und der US-Kongress hat diese Wochen weitere Strafmaßnahmen verabschiedet. Dadurch wird die ganze Situation natürlich nur noch stärker eskaliert und die festgefahrenen Positionen garantieren, dass es hier am Ende zu einer Konfrontation kommen wird.

Im Hinblick auf die Ukraine hat Putin auf brillante Art ein virtuelles Kriegsspiel geschaffen, zu dem nun auch noch eine nichtexistente faschistische Gefahr gehört, die die russischsprachige Bevölkerung in der Ukraine bedroht und ihm das Recht einräumt, in die Ukraine einzumarschieren, um sie zu schützen.

Es kann hier keine Verhandlungslösung geben, da es eine solche Bedrohung überhaupt nicht gibt. Die Menschen auf dem Maidan akzeptieren die Marionetten der Europäischen Union und Russlands genauso wenig wie die Behauptungen, dass die „Führer“ des Maidan Scharfschützen angeheuert hätten.

Es gibt dort überhaupt keine Führer, da es eine richtige Volksbewegung gewesen ist, und diejenigen, die behaupten, dass sie Führer seien, zeigten sich ein paar Mal und wurden von den Menschen nicht akzeptiert. Die Ukraine findet sich nun in einer sehr schwierigen Lage wieder, mit Marionetten-Führern, denen die Menschen immer noch nicht trauen. Es gab einen Tag, wo die Menschen im Westen alle Russisch und die Menschen im Osten alle Ukrainisch sprachen, um ihre Unterstützung füreinander zum Ausdruck zu bringen, aber darüber wird nur wenig berichtet.

Das Fazit ist klar: Bezüglich der Ukraine gibt es keine Win-Win-Verhandlungen mit Putin, weil es überhaupt keine faschistische Bedrohung gibt. Daher kann auch nichts angeboten oder getan werden. Putin weiß, dass der Westen wirtschaftlich schwach ist, und wenn die US-Wirtschaft zu fallen beginnt, wird es Europa aufgrund seiner Steuern und der exzessiv hohen Arbeitslosigkeit zerreißen …

Mittwoch, 7. Mai 2014

Deutschland *** Telekom baut Sperre ein - Freiheit im Internet geht zu Ende




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Telekom baut Sperre ein:
Freiheit des Internets geht zu Ende

Die Deutsche Telekom schafft als erstes Unternehmen die „Flatrate“ ab. Mit automatischen Sperren werden Programme gestoppt, die nicht von der Telekom sind. Vodafone & Co. werden dem Beispiel folgen. Die meisten unabhängigen Websites werden damit extrem langsam. Der Staat wird dann mit einem kleinen Oligopol das Internet in Deutschland beherrschen. Genießen Sie die letzten Monate der Freiheit im Internet.

Die Zukunft des Internets ist rosa. Allerdings nicht rosig. (Foto: T-Mobile)
Die Zukunft des Internets ist rosa. Allerdings nicht rosig. (Foto: T-Mobile)









Die beliebte „Flatrate“ ist bald Geschichte: Künftig werden die Kunden massiv mehr für die Internet-Nutzung bezahlen müssen. Die Deutsche Telekom wird künftig automatische Sperren bei zu viel Daten-Volumen – etwa bei Video-Streaming – einbauen. Die Telekom wird eigene Inhalte produzieren und diese werden schneller laden. Damit gibt es neben der GEZ spätestens ab 2016 einen Anbieter von staatlich kontrollierten Informations-Websites.
Die anderen Konzerne werden dem Beispiel der Telekom gewiss folgen. Auch sie werden die Sperren einbauen und ihre eigenen Inhalte bevorzugen. Wir erleben eine neue Ära der Kommerz-Inhalte wie Telekom-TV und ähnlichen schönen Dingen.
Wir nähern uns einer Zeit ganz neuer Medien-Formate.
Die Telekom-Tagesschau.
Die Vodafone-Sportschau.
Der E-Plus-Jauch.
Der 02-Presseclub.
Die Zeit des Internet als Plattform für freie und unabhängige Medien geht damit zu Ende. Unter dem sperrigen Begriff der sogenannten „Bandbreiten-Drossel“ wird die Deutsche Telekom zum 1. Mai keine der bisher bekannten Flatrates mehr anbieten. Wenn ein gewisses Datenvolumen überschritten ist, etwa durch zu viel Video-Streaming, dann sperrt („drosselt“) die Telekom die Bandbreite für den Nutzer. Ausnahme: Er nutzt gerade – Bingo! – Telekom-Dienste.
Zunächst wird sich die Telekom nur das Recht sichern, solche Sperren einzusetzen, behauptet das Unternehmen. Erst 2016 werde man „technisch“ in der Lage dazu sein.
Bei Kabel Deutschland gibt es eine solche Blockade jetzt schon im Kleingedruckten. Sie ist allerdings noch nicht aktiviert. Das Unternehmen sagte jedoch, dass man sich bei „nicht absehbarem Kundeverhalten“ eine Sperre vorbehalte.
Vodafone will eine solche Maßnahme vorerst nicht treffen, sondern wartet ab. Gelingt der Telekom der Durchbruch, wird sich auch der Konkurrent nicht lange bitten lassen, erwartet die IT-Website Golem.
Mit dieser Entwicklung wird sich die Internet-Nutzung dramatisch ändern. Faktisch wird das Internet auf die Horror-Geschwindigkeiten der neunziger Jahre zurückgeschraubt, befürchtet Markus Beckedahl vom Verein Digitale Gesellschaft.
In der Praxis wird es so aussehen: Wenn man Telekom-Kunde ist, kann man unbegrenzt jene Programme ansehen, die die Deutsche Telekom produziert. Schon jetzt hat die Deutsche Telekom viele Programm-Inhalte, eine Zeit lang versuchte sie sich als Sportanbieter. Einer der Vorstands-Chefs der Telekom, der Ex-Deutsche Banker Thomas Holtrup, wollte vor zehn Jahren schon die Telekom zu einem großen Medienhaus entwickeln. 
Medien, wie sie die Telekom anbietet, kennen keinerlei Trennung von Journalismus und PR. Die Telekom muss daher, damit die Kunden einen guten Eindruck von ihrem Programm haben, noch zulegen – etwa in gesellschaftlich wichtigen Bereichen wie „Promis, Stars, Sport, Lifestye“. Daher braucht das Unternehmen bis 2016.
Der Gedanke ist klar: Wenn der Telekom-Kunde Inhalte von anderen Anbietern ansieht, wird nach einer gewissen Menge an Datenvolumen die Geschwindigkeit der Internet-Seiten, die man gerade besucht, dramatisch langsamer. Er wird daher über die Schnelligkeit der Seiten gezwungen, auf den Telekom-Programmen zu bleiben.
Die offizielle Argumentation: Die Telekom will nicht allein die Kosten für den Netzausbau tragen. Vor allem aber will sie Kunden von anderen Medien im Internet abziehen. Zuallererst geht diese Strategie gegen YouTube und Google. Denn die Amerikaner sind aus der Sicht der Telekom Schmarotzer, die die Netze zwar nutzen, aber nichts für deren Erhalt zahlen.
Aber natürlich wird eine automatische Sperre auch für alle anderen Nicht-Telekom-Seiten gravierende Folgen haben. Denn die Telekom ist technisch und wirtschaftlich in der Lage, allen Inhalten den Saft abzudrehen, die nicht von ihr produziert und gesendet werden. Gemeinsam mit der staatlichenKfW-Bankengruppe hält die Bundesrepublik 32 Prozent an der Telekom. Daher wird es, wenn es nach dem Willen der Telekom geht, künftig neben dem GEZ-Apparat der öffentlich-rechtlichen Sender, der 8 Milliarden Euro jährlich an Zwangsgebühren kassiert, im Internet einen zweiten Anbieter geben, bei dem ohne den Staat nichts läuft.
Ähnlich wie bei TV und Rundfunk werden die Konkurrenten durchaus ein paar Brosamen bekommen: Ohne die geringsten Ansprache – das wäre ja ein Kartell, und so etwas bilden die hochanständigen Telekoms nicht – werden auch die anderen Anbieter nachziehen. Sie werden dann Programme anbieten, die denen von SAT1 und RTL ähnlich sind.
Der hochverschuldete deutsche Staat wird gegen die Errichtung eines zweiten Staats-Medien-Betriebs nichts unternehmen, weil er als Anteilseigner in hohem Maße davon profitiert, wenn die Kunden signifikant höhere Gebühren zahlen müssen. Und diejenigen, die weniger zahlen, weil sie sich nur noch das Telekom-TV leisten können, werden wenigstens unter staatlicher Aufsicht bespielte Websites konsumieren – was für die Regierung auch ein Wert an sich ist.
Schon heute ist wegen des Preisverfalls mit den Internet-Zugängen kein großes Geschäft mehr zu machen. Die großen Anbieter werden daher einen knallharten Verdrängungs-Prozess starten.
Natürlich werden sich auch Telekom-kritische Seiten nicht zu wundern haben, wenn sie plötzlich unerträglich langsam werden. Das hat natürlich nicht das Geringste mit kritischen Meldungen über die Telekom zu tun – sondern mit „der Verkehrsentwicklung im Internet“, wie Heise die Telekom zitiert.
Faktisch leitet diese Entwicklung das Ende des Internet als freies, unabhängiges Trägermedium für viele kleine Anbieter ein. Die Idee der „Netzneutralität“ – dass also alle Websites unabhängig von ihrem Inhalt gleich schnell abrufbar sind – ist Geschichte.
Das Internet wird zum Spiegelbild dessen, was wir im Fernseh-Bereich kennen: Ein riesiger staatlicher Moloch, und ein paar Feigenblätter – für andere Konzerne.
Die Folgen für viele Informations-Medien, die im Zuge der Wild-West-Zeit des Internets entstanden sind, sind absehbar: Diese Websites werden verschwinden.
Die Weichen für die Zukunft des Internets sind gestellt.
Sie laufen in dieselbe Richtung, in die der alte Staat bereits läuft.
Wir müssen uns auf eine gigantische Kommerz- und Manipulationswelle einstellen.
Der Un-Geist der GEZ schickt sich an, das Internet in Besitz zu nehmen.
Es ist ein Putsch, bei dem die Vielfalt zerstört und die alten Machtpositionen von Staat und Staatsbetrieben neu errichtet werden.
Eben genau die schöne, neue Medienwelt, die wir uns schon immer wünschen mussten.

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