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Montag, 4. November 2013

Die Geschenke der Sinne




Die Geschenke der Sinne

Sei begrüßt, liebe Besucherin und lieber Besucher, liebe Freundin und 
lieber Freund dieser, meiner und unserer Seite.

Geht es dir gut? 

Bist du zufrieden mit deinem Menschenleben auf Erden? 
Fühlst du dich wohl und bist du in der Freude?
Bist du in deiner Zufriedenheit und fühlst du dich aufgehoben in deinem 
Glück und in der Verbindung zu deiner Seele?

Wenn ja, dann möchte ich dich umarmen und dir gratulieren. Du bist auf 
dem Weg in die Weisheit und hast das Schwerste schon fast erledigt. 

Weißt du noch, wenn du früh aufgestanden bist und hast den Tag in 
deinen Gedanken schon abgewickelt, warst aufgeregt und nervös, 
wolltest es jedem Recht machen und hast dich dabei fast vergessen? 
Das war keine schöne Zeit für dich. 



Nun ist es ja anders. Der morgendliche Blick in den Spiegel bietet dir dann 
den ersten Lichtpunkt und wenn du dann deine Partnerin oder deinen 
Partner betrachtest, erkennst du, dass er oder sie dir so viel an Schönheit 
und Liebe bietet, wie du es dir nie hättest vorstellen können. 

Die positiven Gedanken umspülen dich nun wie das Meer, das 
Jahrhunderte lang einen Felsen umspült. Diese Achtung und diese Ruhe in 
der du nun bist, befähigt dich auch die Zeichen zu erkennen, die dir das 
Unbewusste und Übersinnliche sagen und schon gesagt haben. 

Wie es dir bekannt ist, gibt es keine Zufälle, so wie das Wort Zufall im 
normalen Sprachgebrauch und als Ereignis die gängige Meinung der 
Menschen ist. 

Eine Versicherung in Deutschland hat sich ja quasi (weiterlesen...!)

Montag, 24. Dezember 2012

Martha's Advents-Box 2012 *** 24. Dezember

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24. Dezember

Tränen 

Tränen kullern über meine Wangen, ganz leise weine ich in mein Kissen.
Tief vergrabe ich mich unter der Decke. Heute ist es wieder so weit, es ist
Weihnachten. Im Zimmer herrscht ein fröhliches Treiben, die meisten
Heimkinder sind ausgelassen und übermütig.
 

Sie werden in den nächsten Stunden von ihren Eltern abgeholt, 
Grosseltern oder Bekannten, bei denen sie ein liebliches Weihnachtsfest 
verbringen werden. Nur ich und einige wenige Kinder müssen 
Weihnachten im Heim verbringen. Langsam krieche ich unter der Decke 
hervor; ich muss trotzdem meine Pflichten erfüllen. 

Kaum stehe ich, kommt Schwester Maria auf mich zu und schnauzt mich 
an: 

„Du bist schon wieder zu spät, es ist immer das Gleiche mit dir. Räum 
deinen Platz auf und geh in die Küche, um zu helfen.“ 

Beim Hinausgehen ergänzt sie noch: 

„Schliesslich organisieren wir das Weihnachtsfest nur für euch.“ Wieder 
habe ich einen Kloss im Hals. Ich muss mich zusammen nehmen, damit ich 
nicht laut losheule. Der Heiligabend im Heim ist so etwas von unpersönlich 
und kalt, dass wir Kinder gerne darauf verzichtet hätten. 

Nicht einmal ein Christbaum wird aufgestellt, nur ein Kranz mit wenigen 
Kerzen. Geschenke bekommen wir jedes Jahr dieselben, nämlich eine 
kleine Büchse mit trockenen Guezli, steinhart. Die Schwestern machen 
schnell, denn sie wollen nach Hause, um das Fest zu feiern. 

Wir müssen dann meistens um 21 Uhr ins Bett, und nur die Nachtwache 
bleibt da, natürlich mürrisch und schlecht gelaunt. 

In der Küche begegne ich Schwester Agnes. Sie ist eigentlich keine 
Schwester, sie hilft hier nur aus, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie 
wohnt ganz in der Nähe, in einem schönen Haus. Sie ist der Lichtblick im 
Heim, und sie merkt sofort, wenn es einem Kind schlecht geht und nimmt 
es dann spontan in den Arm. 

Man spürt eine Wärme, die es im ganzen Heim sonst nicht gibt. 

„Hallo Marco!“ Schon ihre Stimme beruhigt mich und ein scheues Lächeln 
huschte über meine Lippen. 

„Na freust du dich auf Weihnachten? 

Ich habe später eine Überraschung für dich.“ 

„Eine Überraschung!“ 

Bekomme ich heute mal mehr geschenkt als nur alte Guezli? 

Ich werde ganz nervös, nun habe ich etwas, auf das ich mich freuen 
kann. 

„Stehst du immer noch rum!“ 

Schwester Maria reisst mich aus meinen Gedanken. 

„Arbeite, du fauler Kerl!“ 

Ich mache mich an die Arbeit, es fällt mir leichter als sonst, denn mir 
schwirrt den ganzen Tag meine Überraschung durch den Kopf.

Um 17 Uhr geht Schwester Agnes, ohne sich von mir zu verabschieden. 
Das hat sie noch nie gemacht. Wo ist meine Überraschung? Am Abend 
sehe ich sie auf einmal wieder. Sie kommt auf mich zu: 

„Marco komm, du darfst bei uns Weihnachten feiern.“ 

Ich schaue sie mit grossen Augen an. Ich verstehe nicht: 

„Wo?“ 

„Bei uns zu Hause“, erwidert sie. 

Schnell renne ich zum Schlafsaal und ziehe meine schönsten Kleider an. 
Danach gehen wir die Strasse hinunter und sind nach wenigen Minuten 
bei ihrem Haus. Staunend gehe ich hinein, alles ist geschmückt. Die 
Familie sitzt am Tisch, und ich werde allen vorgestellt. 

Herzlich werde ich aufgenommen. In mir kommt ein Gefühl der 
Geborgenheit auf, wie ich es noch nie in meinem Leben gespürt habe. 
Zum Essen gibt es Poulet, Reis und Gemüse, danach einen Nachtisch. 
Wirklich das beste Essen auf der ganzen Welt. 

Und nun die Bescherung. Ich erwarte nichts, denn der Abend war bis jetzt 
das grösste Geschenk meines Lebens. Schwester Agnes kommt mit einem 
Papier auf mich zu und sagt: 

„Lies das, Marco.“

Willkommen in unsere Familie! steht darauf. 

Ich verstehe nicht recht und schaue Agnes an. Sie bestätigt: 

„Von nun an gehörst du zu uns, für immer!“ 

Tränen kullern über meine Wangen. 


© Heinz Braun



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Martha's Advents-Box 2012 *** 23. Dezember

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23. Dezember 

Vom Bäbeli mit den blonden Zöpfen 

Ich erinnere mich gut: Als kleines Mädchen wohnte ich mit meinen Eltern 
und dem kleinen Brüderchen in einem alten, heimeligen Haus in Wängi. 
Damals lebten meine Grosseltern noch bei uns. 


Mein guter Grossvater war ein glänzender Geschichtenerzähler, und das 
Christkind, nahm bei ihm, einen besonderen Platz ein und regte meine 
Fantasie an. In der Adventszeit verpackte ich mein krankes Bäbeli mit 
gebrochenem Arm und verkratztem Gesicht, und platzierte es vor das 
Stubenfenster. Am anderen Tag war die Schachtel bereits verschwunden. 

Ich war froh und glaubte ganz fest, dass das Christkind es bis zum 
Weihnachtsfest flicken könnte. 

Endlich war es Heiligabend. Es war so still und geheimnisvoll. Leise fielen 
die Schneeflocken. Grossvater und ich warteten im Nebenzimmer auf die 
Ankunft des Christkindes. Manchmal hörten wir gedämpfte Stimmen, 
zwischendurch ein Rascheln. 

Die Stubentüre war geschlossen, auch durchs Schlüsselloch erspähte ich 
nichts. Wie gern hätte ich das Christkind für einen Augenblick gesehen. In 
meiner kindlichen Fantasie sah es aus wie ein Engel mit einem zarten, 
lieblichen Gesicht und silbrig glänzenden Flügeln. 

Bestimmt kam es direkt vom Himmel und versteckte die Geschenke im tief 
verschneiten Wald. 

Auf einmal klingelte das Glöcklein. In der Stube war es ganz hell. Am 
schönen Tannenbaum brannten die Kerzen, die farbigen Kugeln glänzten, 
und ein paar Wunderkerzen sprühten kleine funkelnde Sternchen. 

Mein Grossvater setzte sich auf das warme „Ofechüschtli“ und erzählte 
eine neue Weihnachtsgeschichte. Vater stimmte die altvertrauten Lieder 
an. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Endlich, endlich 
durfte ich mein Päckli in Empfang nehmen. 

Am liebsten hätte ich das farbige Papier mit dem roten Bändeli einfach 
aufgerissen – doch meine Mutter mahnte mich zur Sorgfalt! Meine 
Überraschung und Freude waren grenzenlos! Das Christkind hatte 
tatsächlich mein Bäbeli geflickt, es war wie neu! 

Die langen blonden Haare waren zu Zöpfen geflochten; und das neue 
rote Kleidchen mit dem weissen Krägli war wunderschön. Jetzt trug es 
sogar vornehme, schwarze Lackschuhe.

Mit meinem „Züseli“ im Arm tanzte ich vor lauter Glück umher. Abrupt hielt 
ich inne, öffnete das Fenster, und rief ganz laut in die kalte Winternacht 
hinaus: „Danke vil Mol, liebs Chrischtchindli!“ 

Mit meinem Bäbeli im Arm schlief ich rundum zufrieden ein.

© Martha Rüdisühli



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