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Dienstag, 9. April 2013

Journalisten MÜSSEN Lügen schreiben!




Ehemaliger ARD-Mitarbeiter packt aus
über die Lügenverbreitung in der Bericht-Erstattung!

Dazu (als Einleitung) die Meinung von John Swinton, Ex-Redaktions-Chef
der N.Y.Times zur Presseunabhängigkeit im Jahre 1880 anlässlich der
Feier zu seiner Verabschiedung:


"Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in 
der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es und ich weiß es. Es gibt 
niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu 
schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, dass sie nicht im Druck 
erscheint. 

Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der 
Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen 
werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so 
dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde sofort auf der 
Straße und müsste sich nach einem neuen Job umsehen. 

Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung 
veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden 
los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, 
unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des 
Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. 

Sie wissen es und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine 
unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen 
der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie 
ziehen die Strippen und wir tanzen. 

Unsere Talente, unser Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind 
Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte."




„Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, doch
dem Volke zum Spott! Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann
richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!“

(Theodor Körner 1791-1813)


Schmutzli

Samstag, 23. März 2013

Serie «Hallen für Neue Kunst» *** Aus Urs Raussmüllers Tagebuch (2)




Serie «Hallen für Neue Kunst»
Im Gespräch mit dem Begründer
Urs Raussmüller (Folge II)


Ist ein Stickmännchen schon Kunst?


SCHAFFHAUSEN. In der ersten Folge sprach der «Schaffhauser Bock»
mit Urs Raussmüller unter anderem darüber, dass man, um auf eine
«Goldader» im Geiste zu stossen, das was man bereits weiss, ablegen
sollte. Denn dieses Wissen blockiert. Kinder etwa begegnen der Welt,
ohne über sie etwas zu wissen.

Sie werten nicht – sie staunen. Die Kinder treibt die Sehsucht nach etwas
Neuem voran. «Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht
Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten,
Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die
Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer», sagte
Antoine de Saint-Exupéry.




Sol LeWitt entwickelte in logischen Kombinationsreihen eine überraschende
Vielfalt visueller Eindrücke als Wall Drawings



Schaffhauser Bock: Soll der Betrachter sich auf Eindrücke ohne sie 
innerlich zu sezieren einlassen?

Urs Raussmüller: Wer sich hier in den Hallen einfindet, bewegt sich 
in einem künstlerischen Ambiente. Um ihn herum sind Gegenstände, 
Kunstwerke, in die kreative Leistung eingeflossen ist. Wenn er nun diese 
Gegenstände sieht, also wirklich sieht, muss er selbst eine Leistung 
erbringen. Er muss sich buchstäblich ein Bild von dem machen, was er vor 
sich hat. Was meinen Sie, wie man sieht?

Schaffhauser Bock: Mit den Augen!

Urs Raussmüller: Nur mit Ihren Augen? Sie haben diese zwei 
kleinen Löcher hier…

Schaffhauser Bock: Aber die schicken doch Informationen ans 
Gehirn weiter!

Urs Raussmüller: Ja, diese Löcher geben Informationen über das, 
was ihnen energetisch widerfährt. Das sind Impulse, die über den 
Sehnerv in das Hirn gelangen. Und erst hier, in Ihrem Hirn, entwickelt sich 
das Bild. Das, was Sie sehen, ist nicht unbedingt das Gemälde, das hier 
hängt. Das ist unter Umständen viel mehr. Denn das Gemälde ist ja nicht 
isoliert.

Schaffhauser Bock: Persönliche Emotionen, Erfahrungen fliessen in 
das Bild hinein? Das fremde Bild bekommt sozusagen meine subjektive 
Note?

Urs Raussmüller: Ja, sicher! Das ist eine beachtliche Leistung, die 
das Hirn hier erbringt.

Schaffhauser Bock: Gut, es ist ein Glücksfall wenn so ein Mensch in 
die Hallen kommt und diesen Prozess durchmacht.

Urs Raussmüller: Gut ist es, wenn ihm dieser Prozess bewusst 
wird.

Schaffhauser Bock: Es gibt aber Menschen, die hierher kommen 
und sagen, ich verstehe nichts, interessiert mich nicht.

Urs Raussmüller: Manche sagen sogar: da ist nichts! Aber da muss 
man aufpassen. Denn jetzt haben wir mit etwas anderem zu tun: mit der 
Erwartung. In unserem Hirn gibt es die Erinnerung. Also Bilder von etwas, 
das schon war. Die können sehr prägend sein. Was passiert da also mit ...



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