Im Copacabana-Flash *** Prostituiertenzwang
Prostituiertenzwang
das oberste Arbeitsgericht in Brasilien verurteilte die Brauerei Ambev zu
einer Entschädigungszahlung in Höhe von rund 20.000 Euro an einen
ihrer Mitarbeiter.
Dieser hatte dagegen geklagt, dass er von seinen Vorgesetzten zu einer
Party mit Prostituierten gedrängt wurde, auf welcher auch
pornografisches Filmmaterial gezeigt worden war. Der Mann gab bei der
Gerichtsverhandlung an, dass er sich geweigert habe diese Filme
anzuschauen, woraufhin einige seiner “Kollegen“ ihn gefesselt hätten.
Aber damit nicht genug. Ohne seines Wissens, und somit auch ohne seine
Einwilligung, wurde ihm dann auch noch eine Stripperin auf das Zimmer
bestellt.
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Brauerei ihre Mitarbeiter
zwecks Umsatzsteigerung zu der Feier genötigt hatte.
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NEU: Im Copacabana-Flash ***
Steckt mehr hinter den Favela-Bränden von São Paulo?
(von GBC-Team) 13.10.2012
Werden Favelas ausgelöscht?
In einem unserer Beiträge berichteten wir über ein erneutes Großfeuer in
einer Favela, bei dem über 1.100 Menschen obdachlos wurden. Zunächst
erschien es als eine Verkettung von unglücklichen Umständen, dass die
Feuerwehr in diesem Jahr so häufig in die Favelas von São Paulo
ausrücken musste, um dort Brände zu bekämpfen.
Die Feuerwehrstatistik beziffert die aktuelle Einsatzzahl in Favelas in
diesem Jahr auf 68. Das Zivilschutzamt benennt offiziell genau die Hälfte
an Bränden in Favelas von São Paulo – nämlich 34. Diese erhebliche
Abweichung ist darauf zurück zu führen, dass die Feuerwehr jeden
Einsatz statistisch erfasst, während beim Zivilschutzamt nur die Einsätze
gelistet werden, bei welchen Personen obdachlos wurden, bzw. Brände
bei denen es zu einem erhöhten Risiko kam.
Aber, sind diese vielen Brände wirklich nur eine Verkettung von
unglücklichen Umständen? Die Favela-Bewohner bezweifeln dies seit
langem, und sie geben sich auch nicht mit den offiziellen Versionen der
Sachverständigen zufrieden, die die Brandherde meist in den illegal
abgezweigten Stromversorgungen, oder aber auf den Müllkippen in den
Favelas ausmachen.
Inzwischen bekommen sie auch die Unterstützung von offizieller Seite,
wie z.B. von Staatsanwalt José Carlos Freitas. Ihm kommt es mehr als
verdächtig vor, dass die Feuerwehr immer zu den Favelas ausrücken
muss, an denen die Immobilien-Haie ein großes Interesse haben.
Ist es wirklich Zufall, dass es immer und immer wieder in der Favela do
Moinho brennt? Diese Favela befindet sich lediglich fünf Minuten Fahrtzeit
von dem Parque Anhembi entfernt, in welchem im Dezember die
Spielgruppen zum Confederations Cup ausgelost werden.
Die Augen der Welt wird auf diese Auslosung, und somit auch auf diese
Region gerichtet sein, schließlich gilt der Confederations Cup als die
Generalprobe zur WM 2014. Darüber hinaus will die Stadt São Paulo
genau dort, wo jetzt die Favela steht, einen S-Bahnhof errichten.
Die Favela soll weg, und zwar so schnell wie möglich. Zwei Wochen vor
dem Ausbruch des letzten Großfeuers hatte die Stadt die Menschen, die in
dieser Favela leben, dazu aufgefordert, diesen Ort bis spätestens im
Oktober zu verlassen.
Die Stimmung der Menschen der Favela ist geteilt. Während ein Teil der
dortigen Bewohner resigniert und sich geschlagen gibt und diesen Ort
verlassen hat, oder aber verlassen will, gibt sich ein anderer sehr großer
Teil der Bewohner kämpferisch.
Vor allem die Menschen, die die Flucht aus der Favela do Moinho wählen
haben meist mehrfach ihr wenig an Hab und Gut bei den vorherigen
Bränden verloren. Sie wollen nicht, dass noch einmal das Wenige in
Flammen aufgeht, oder gar ihre Kinder oder sie selber dort verbrennen.
Die Töne der Menschen, die dort weiter ausharren wollen, werden
aggressiver. Sie weisen darauf hin, dass sie an diesem Ort leben, weil sie
sonst keine andere Wahl haben. Sie fühlen sich von der Regierung
verraten und verlassen. Immer wieder stellen sie die gleichen Fragen:
Warum brennt es nur immer dort, wo der Immobilienmarkt sein
Augenmerk hin gerichtet hat?
Warum wurde in diesem Jahr noch nicht ein Cent in das städtische
Programm zur Brandvorsorge investiert, welches bereits seit 2009
besteht?
In der Statistik erscheinen in São Paulo alleine 1.633 Viertel, welche als
irregule Wohngebiete bezeichnet werden. Von diesen profitierten lediglich
50 von dem städtischen Programm zur Brandvorsorge. Nach den
mehrfachen Großbränden der Vergangenheit in der Favela do Moinho
verfügt diese zwar inzwischen über Hydranten, jedoch wurde es bis dato
versäumt sowohl die dafür notwendigen Schlüssel zu liefern, damit diese
geöffnet werden können, als auch die notwendigen Hydrantenschläuche.
Wirklich alles nur Versäumnisse?
Die dort lebenden Menschen sind davon überzeugt, dass die Stadt São
Paulo keinerlei Interesse daran hat ihre Lebenssituation zu verbessern.
Sie sollen verschwinden – lieber heute als morgen. Aber wohin? Und wie
lange werden sie an einem neuen Ort der Zuflucht bleiben können, bevor
dieser in das Visier der Immobilieninteressenten rückt?
GBC-Team
NEU: Rund um Geld, Vermögen, Rente *** Levi Strauss & Co -
138 Jahre nach Patenterteilung (von Jürgen Nowacki) 12.10.2012
Levi Strauss & Co
138 Jahre nach Patenterteilung
Am 9. Oktober gab Levi Strauss sein Ergebnis für das 3. Quartal bekannt
was wir als Anlass nehmen tiefer in die Geschichte eines deutschen
Unternehmers einzusteigen, der es durch einen glücklichen Umstand und
harte Arbeit zu einem der größten Bekleidungshersteller der Welt
geschafft hat.
Strauss wurde unter dem Namen Löb Strauß im oberfränkischen bei
Bamberg als Sohn jüdischer Eltern geboren. Sein Vater, Hirsch Strauß,
starb früh an Tuberkulose, als Löb 16 Jahre alt war. Die vielköpfige Familie
lebte in großer Not was sie bewog 1847 nach Amerika auszuwandern.
1853 ging Strauss nach San Franzisco um sein eigenes Unternehmen zu
gründen.
Die Anfänge
Strauss verkaufte seine Waren nicht nur in San Francisco, sondern
aufgrund der guten Preise auch bei den Goldgräbern vor Ort. Da er zuvor
mit den Handel von Kleidung und Kurzwaren Erfahrung gesammelt hatte,
wurden Stoffballen, Zeltplanen und Nähzeug mitgenommen. Er fand bald
heraus, dass die Goldgräber bei ihrer harten Arbeit strapazierfähige
Hosen benötigten.
Im Dezember 1870 kam der aus Riga stammende Schneider Jacob Davis
auf die Idee, die Ecken der Hosentaschen und das untere Ende des
Hosenlatzes mit Nieten eines Pferdegeschirrs zu verstärken. Weil ihm für
die Patentierung seines 1872 entwickelten Verfahrens Geld fehlte,
wandte er sich an Levi Strauss, der ihm seinerzeit bereits die Tuchballen
lieferte.
Strauss unterstützte das Vorhaben und erhielt zusammen mit Davis am
20. Mai 1873 das entsprechende Patent (US-Patent-Nr. 139121).
Die vernieteten Waist Overalls stießen auf eine riesige Nachfrage. Bis zum
Jahresende wurden 5.875 Dutzend Hosen und Mäntel aus Denim verkauft
(Quelle: Strauss & Co Firmenchronik). Zwei Fabriken produzierten diese
Hosen und zehn Jahre später waren bereits 535 Angestellte für das
Unternehmen tätig.
138 Jahre nach Patenerteilung, das dritte Quartal 2012 der Levi Strauss &
Co, San Francisco
Robert D. Haas, Chairman of the Board ist ein UrUrGroßneffe des
Firmengründers Levi Strauss und berichtet einen 9 prozentigen
Umsatzrückgang auf 1,101 Mrd. US-Dollar für das dritte Quartal.
Das Betriebsergebnis stieg von 81 auf 87 Millionen USD und zeigt wie
stark sich die Gewinnmarge entwickelt hat.
Dresscode casual wear, ist eine Lebenseinstellung geworden, die von
keinem anderen Unternehmen so stark geprägt wurde wie von Levis. Sie
hat in den letzten Jahren viele Nachahmer gefunden und selbst die
teuersten Modelabels haben erkannt, das mit der guten alten Jeans,
attraktiv geschnitten und mit Applikationen versehen, in Kombination mit
eleganten Jacketts von Armani oder Gucci sportlich Eleganz erst möglich
wurde.
Anleger, die sich mit einem finanziellen Engagement bei Levi Strauss & Co
befassen werden erstaunt feststellen, dass es keine Möglichkeit gibt
Aktien zu erwerben. Eine Möglichkeit sein Geld einem Unternehmen mit
mehr als 150 Jahre Firmengeschichte anzuvertrauen besteht darin
Unternehmensanleihen (Corporate-Bonds) zu erwerben.
Aus diesem Grunde veröffentlicht das Unternehmen seine
Quartalsergebnisse lediglich für seine Bondholder. Analysten folgender
Banken beobachten und kommentieren die Unternehmensentwicklung in
den Medien: Wells Fargo Securities, JPMorgan und Banc of America. Die
Unternehmensanteile liegen heute noch ausschließlich bei
Familienmitgliedern und den Erben der Familie Strauss.
Auf diese Weise, so der Präsident und CEO John Anderson, ist es möglich
ohne Druck von außen und kurzfristig denkenden Spekulanten die Arbeit
so zu verrichten, dass in erster Linie mitarbeiterfreundliche
Unternehmensziele formuliert und die Unabhängigkeit des Unternehmens
gewährleistet wird.
Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader