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Dienstag, 25. Dezember 2012

Was sich die Brasilianer von Papai Noel wünschen

NEU: Copacabana-Flash *** Was sich die Brasilianer von Papai Noel wünschen 
(von GBC-Team) (25.12.2012)




Was sich die Brasilianer
von Papai Noel wünschen

und wie sich zwei Deutsche auf Weihnachten
in der Megacity Rio de Janeiro vorbereiten


Kleidung, Spielzeug, Schuhe, Accessoires, Kosmetik und Parfums: Dies
sind laut einer aktuellen Umfrage von CONECTAí, zuständig für
Internetbefragungen bei IBOPE Inteligência, die in diesem Jahr
meistgekauften Geschenke brasilianischer Internet-Nutzer.


63 Prozent der Befragten schenken Kleidung, Spielzeug hingegen nur 41 
Prozent. 38 Prozent erwerben Schuhe, 35 Prozent entscheiden sich für 
Accessoires wie Taschen oder Schmuck und 32 Prozent kaufen Kosmetik 
oder Parfums.

Laut der Umfrage werden 53 Prozent der Geschenke für die Eltern 
gekauft. 49 Prozent der Präsente sind für Frau/Mann oder 
Freund/Freundin vorgesehen. Kinder beschenken 36 Prozent der 
Befragten. 

33 Prozent erwerben Geschenke für die Geschwister. Ebenfalls 33 
Prozent geben an, sich selbst zu beschenken. Doppelnennungen jeweils 
mit eingeschlossen.

Um Weihnachten angemessen zu feiern, würden die Befragten auf drei 
Nahrungsmittel in keinem Fall verzichten: Die Spitzenposition nimmt mit 
56 Prozent der Panettone, von italienischen Einwanderern Ende der 
1940er nach Brasilien gebracht, ein. 






Wie in den USA steht auch der Truthahn hoch im Kurs, ohne den für 47 
Prozent der Befragten ein gelungenes Weihnachtsfest undenkbar ist. 
Trockenfrüchte, zu denen auch Walnüsse, Mandeln und Haselnüsse 
gezählt werden, sind für 32 Prozent unverzichtbar.

Die Getränke-Hitliste wird von Wein angeführt (35 Prozent), gefolgt von 
Sekt und Erfrischungsgetränken mit jeweils 22 Prozent.

Durchschnittlich bis zum achten Lebensjahr (8,5 Jahre) gaben die 
Befragten an, an die Existenz des Weihnachtsmanns als guten alten 
Mann, der die Geschenke bringt, geglaubt zu haben.

Könnten sie sich heute etwas vom Weihnachtsmann wünschen, wäre 
dies, zumindest bei 33 Prozent der 2.292 Teilnehmer der CONECTAí-
Befragung, ein höheres Gehalt. Weitere 15 Prozent sollte der 
Weihnachtsmann eine Beförderung bringen und 14 Prozent erträumen 
sich eine Gewinnbeteiligung an ihrem Unternehmen. (weiterlesen...)


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Dienstag, 11. Dezember 2012

Brasil-Abfall-Management in Schweizer Hand?

NEU: Copacabana-Flash *** Brasilianisches Abfall-Management in Schweizer Hand? 
(von BrasilienRené) (11.12.2012)



Brasilianisches Abfall-Management
in Schweizer Hand?

Die Chancen stehen gut!
 

In Brasilien soll eine nachhaltige Abfallwirtschaft aufgebaut werden.
Getrennt sammeln, recyceln und wiederverwerten heissen die Stichworte.
Ein entsprechendes Gesetz tritt 2014 in Kraft. Das Business Network
Switzerland (OESC) konnte die brasilianische Regierung davon
überzeugen, dass das "Modell Schweiz" auch für Brasilien immense
Vorteile bringt.



In der Folge entsteht in Brasilien gleichsam ein neuer Markt, der
Schweizer Unternehmen in diesem Sektor gute Geschäfts-Aussichten
bietet. Wie man diese Chancen in einem nicht ganz einfachen Umfeld am
besten nützt, erläutert ein Bericht des Swiss Business Hub Brazil über das
neue Abfallmanagement in Brasilien.


Dieser Bericht kann (hier) eingesehen und heruntergeladen werden!


BrasilienRené

Dienstag, 4. Dezember 2012

Die Schweiz - Ein Paradies für Menschenhändler?

NEU: Im Copacabana-Flash *** Die Schweiz - Ein Paradies für Menschenhändler? 
(von GBC-Team) (04.12.2012)


Die Schweiz -
Ein Paradies für Menschenhändler?

Das brasilianische Justizministerium hat eine Studie veröffentlicht, aus der
hervorgeht, dass die Schweiz das zweitwichtigste Bestimmungsland für
Menschenhandel aus Brasilien ist.


Die realen Zahlen dürften wohl weitaus höher sein, als die nun vorgestellten 
öffentlichen Zahlen, wonach zwischen 2005 und 2011 mindestens 475 
Personen – meistens Mädchen oder Frauen – mit Gewalt oder Täuschung 
– aus Brasilien verbracht wurden. Nachweislich wurden davon 337 
Personen im Ausland zur Prostitution gezwungen, während die restlichen 
Personen meistens als Billig-Arbeitskräfte ausgebeutet wurden.






Hören Sie hierzu einen Audiobeitrag
(Bitte HIER klicken!) 
von der offiziellen Stelle (swissinfo.ch)


© GBC-Team

Freitag, 23. November 2012

Nochmals > Miss Bum Bum-Wahl


Sollten Sie an weiteren Informationen interessiert sein, oder möchten
auch Sie für eine Kandidatin abstimmen, so haben Sie
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BrasilienRené© by GBC-Team








Dienstag, 13. November 2012

Copacabana-Flash *** Unglaublich - aber wahr!

NEU: Im Copacabana-Flash *** Unglaublich - aber wahr! 
(von GBC-Team) 13.11.2012


Unglaublich aber wahr!

wenn Gerichte so reagieren, dann braucht man sich nun wirklich nicht
zu wundern, dass der Anreiz mit Drogenschmuggel sein Geld zu
verdienen wächst.




Am 02.11.2012 wurde ein 25-jähriger Brasilianer auf dem Brüsseler 
Flughafen festgenommen. Die Zollbeamten hatten in seinem Koffer vier 
Kilogramm Kokain sichergestellt. Ein großer Erfolg für die aufmerksamen 
Beamten.

Wie müssen sie sich gefühlt haben, als sie erfuhren, dass der Mann am 
Tag darauf wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, da es der Brüssler Justiz 
angeblich nicht gelang einen Portugiesisch-Dolmetscher kurzfristig zu 
verpflichten. Aus diesem Grund habe der Richter keine andere Wahl 
gehabt, als den Drogenkurier in die Freiheit zu entlassen.

Dieser bedankte sich bei seinem Anwalt, stieg in ein Taxi und buchte am 
Flughafen umgehend den nächsten Flug zurück nach Brasilien.



GBC-Team

Mittwoch, 7. November 2012

Das Ende der deutschsprachigen "Brasil-Post"

NEU: Im Copacabana-Flash *** Das Ende der deutschsprachigen "Brasil-Post" 
(von GBC-Team) 07.11.2012



Das Ende der Brasil-Post

Vor einiger Zeit stellte die “Brasil-Post“ - die brasilianische Wochenzeitung
in deutscher Sprache – ihr Erscheinen ein.


Ursula Dormien, die 85-jährige Herausgeberin der bis vor kurzem 
einmal wöchentlich erscheinenden Zeitung erklärte, dass zu dieser 
Entscheidung vor allem fünf Gründe geführt haben:

- Rückgang der Anzeigeneinnahmen
- steigende Preise für Druck und Papier
- steigende Kosten für Mitarbeiter
- steigende Kosten bei der Verteilung der Printausgabe
- steigende Steuern und Abgaben

Die deutschsprachige Online-Tageszeitung aus Paraguay, die “Paraguay-
Rundschau“, schreib hierzu vor wenigen Tagen folgerichtig: “Alles 
zusammen genommen ereilte die Brasil-Post zu unserem Bedauern das 
gleiche Schicksal wie viele andere Zeitungen, die sich nicht rechtzeitig auf 
wandelndes Publikum und sich veränderte Bedingungen eingestellt 
haben.“ 

Und weiter heißt es: “Die Allgemeine Rundschau aus Paraguay hatte vor 
vier Jahren den Anfang gemacht, jetzt folgt die Brasil-Post. Ob der Condor 
aus Chile oder die Argentinische Rundschau ihr Dasein als reine 
Printausgaben auf Dauer überleben können, steht in den Sternen.









Dienstag, 16. Oktober 2012

Wird der Karneval in Rio zum Desaster?


Wird der Karneval in Rio zum Desaster?

von GBC-Team

Wir die Freude mit Bruno Tenório, dem Sprecher der Sambaschule “Unidos da Tijuca“, als dieser
verkündete, dass für seine Sambaschule Deutschland 2013 Karnevals-Thema werden wird.

Die Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt noch die Sponsorengelder fehlten, darüber machte man
sich bei der Sambaschule keine Sorgen, schließlich ist man nicht irgend eine Sambaschule,
sondern hatte 2012 im Sambódromo von Rio wieder einmal als Sieger überzeugen können.
Doch das Projekt gerät mehr und mehr ins stocken, denn das benötigte Geld scheint nicht so recht
fließen zu wollen.

Auf rund 5 Millionen Euro werden die Gesamtkosten für den Karnevalsauftritt kalkuliert. Fünfzig
Prozent dieser Summe sind durch die Einnahme aus Fernsehrechten, Zuschüssen der
Stadtverwaltung von Rio sowie örtlichen Sponsoren gesichert. Die anderen fünfzig Prozent sollten
von deutschen Sponsoren kommen. Doch es ist kein Geld in Sicht, obwohl die Unternehmen die
Beträge von der Steuer abschreiben können. Die Sambaschule wird langsam nervös. Inzwischen
flog ihr Direktor für Öffentlichkeitsarbeit bereits mehrfach nach Deutschland, um bei der deutschen
Wirtschaft kräftig die Werbetrommel zu rühren. Darüber hinaus fanden Gespräche mit dem
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag
(DIHT) und sogar mit dem Auswärtigen Amt statt.



Bruno Tenório - Direktor für Öffentlichkeitsarbeit


Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“ will erfahren haben, dass es einst ein interessiertes
deutsches Unternehmen gab, welches 500.000 R$ in Aussicht gestellt hatte. Nachdem jedoch der
Direktor des Goethe-Insituts, Alfons Hug, ein fertiges Konzept vorstellte, welches Richard Wagner
als Thema vorsah, da war der Sponsor auch schon weg.

Zu groß ist die Angst davor, dass man mit Wagner vor allem auch die Nazis und den Antisemitismus
assoziiert. Zwar reagierte die Sambaschule umgehend und ein neues Karnevalsthema wurde gewählt,
aber es war zu spät – der Sponsor kam nicht wieder zurück.



Richard Wagner


Hinter vorgehaltener Hand erklären die Verantwortlichen in anderen Unternehmen, dass sie
ein großes Imageproblem mit Rio haben. Welcher Manager möchte sich schon als Fotomotiv
mit knapp bekleideten Tänzerinnen ablichten lassen? - Keiner!

Von Erfolg oder Nichterfolg der Spendenaktion, darüber sind sich alle einig, hängt die Platzierung
der Sambaschule “Unidos da Tijuca“ beim kommenden Karneval in Rio ab – und mit dieser
Platzierung auch die Zukunft ihres derzeitigen Direktors für Öffentlichkeitsarbeit. Sicherlich auch
ein Grund dafür, dass Bruno Tenório nicht müde wird zu argumentieren und für das Projekt zu
werben: So wie man Deutschland nicht mit Eisbein, Bier und Lederhosen gleichsetzen könne, so
stehe der Karneval nicht nur für nackte Haut und laszives Gebaren.

Es geht bei der 80-minütigen Vorstellung im Sambódromo um Kunst und ausgefeilte Choreographie.
Bruno Tenório fiebert voller Leidenschaft, als er den Vergleich von der “Oper unter freiem Himmel“
zieht.

Was bleibt ihm auch anderes übrig? Denn nach seiner Aussage wurde die Idee vom deutschen
Karnevalsthema von Alfons Hug, vom Goethe-Institut, und dem ehemaligen deutschen
Generalkonsul in Rio, Michael Worbs, an die Sambaschule herangetragen. Diese nahm die Idee gerne
auf und rund 300 Personen sind derzeit mit der Umsetzung des Themas beschäftigt.

Es gilt 4.000 Kostüme zu schneidern und acht Karnevalswagen zu dekorieren. Die konkurrierenden
Sambaschulen warten bereits gespannt, ob sich “Unidos da Tijuca“ zum Gespött in Rio machen wird.
Denn versiegt der Geldstrom jetzt, dann sieht man sich bei “Unidos da Tijuca“ nur in der Lage eine
Sparversion zu präsentieren. Dies wäre wohl die größte Schmach für die seit 80 Jahren bestehende Sambaschule, die im letzten Jahr den ersten Platz erzielte. Denn um mit einem neuen Karnevalsthema
zu beginnen, dafür ist es bereits zu spät.

Während Bruno Tenório für seine Sambaschule und sich um das nackte überleben kämpft, gibt es von
den Beteiligten der deutschen Seite, die bei diesem Projekt involviert sind, keine klare Zielrichtung.
Laut dem “Spiegel“ ziehen die Goethe-Institute, Konsulate und Handelskammern nicht an einem
Strang. So soll der Generalkonsul in São Paulo darüber verstimmt gewesen sein, als sein Amtskollege
in Rio in seinem Bereich auf Sponsorensuche ging.



Ehemaliger Generalkonsul von Rio: Dr. Michael Worbs


Der Botschafter in Brasília steht dem Projekt von jeher skeptisch gegenüber. Die AHK in Rio unterstützt
die Zusammenarbeit mit der Sambaschule, will aber bei dem Projekt eine Kommission kassieren,
schließlich muss man sich selber finanzieren. Die AHK in São Paulo fordert zwar keine Kommission,
setzt sich aber dafür auch nur scheinbar halbherzig für das Projekt in Rio ein.

Es klingt bereits voller Verzweiflung, wenn der Kommunikationsdirektor von “Unidos da Tijuca“
hilfesuchend erklärt, dass man den Deutschen vertraut habe und um keinerlei finanzielle Garantien
gebeten wurden. Denn dies scheint sich jetzt bitterlich zu rächen.

GBC-Team



Samstag, 13. Oktober 2012

Brauerei-Mitarbeiter-Party kam teuer zu stehen!

Im Copacabana-Flash *** Prostituiertenzwang
von GBC-Team



Prostituiertenzwang

das oberste Arbeitsgericht in Brasilien verurteilte die Brauerei Ambev zu
einer Entschädigungszahlung in Höhe von rund 20.000 Euro an einen
ihrer Mitarbeiter.






Dieser hatte dagegen geklagt, dass er von seinen Vorgesetzten zu einer 
Party mit Prostituierten gedrängt wurde, auf welcher auch 
pornografisches Filmmaterial gezeigt worden war. Der Mann gab bei der 
Gerichtsverhandlung an, dass er sich geweigert habe diese Filme 
anzuschauen, woraufhin einige seiner “Kollegen“ ihn gefesselt hätten. 

Aber damit nicht genug. Ohne seines Wissens, und somit auch ohne seine 
Einwilligung, wurde ihm dann auch noch eine Stripperin auf das Zimmer 
bestellt.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Brauerei ihre Mitarbeiter 
zwecks Umsatzsteigerung zu der Feier genötigt hatte.

GBC-Team


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Steckt mehr hinter den Favela-Bränden von São Paulo?

NEU: Im Copacabana-Flash ***
Steckt mehr hinter den Favela-Bränden von São Paulo?

(von GBC-Team) 13.10.2012





Werden Favelas ausgelöscht?

In einem unserer Beiträge berichteten wir über ein erneutes Großfeuer in
einer Favela, bei dem über 1.100 Menschen obdachlos wurden. Zunächst
erschien es als eine Verkettung von unglücklichen Umständen, dass die
Feuerwehr in diesem Jahr so häufig in die Favelas von São Paulo
ausrücken musste, um dort Brände zu bekämpfen.


 

Die Feuerwehrstatistik beziffert die aktuelle Einsatzzahl in Favelas in 
diesem Jahr auf 68. Das Zivilschutzamt benennt offiziell genau die Hälfte 
an Bränden in Favelas von São Paulo – nämlich 34. Diese erhebliche 
Abweichung ist darauf zurück zu führen, dass die Feuerwehr jeden 
Einsatz statistisch erfasst, während beim Zivilschutzamt nur die Einsätze 
gelistet werden, bei welchen Personen obdachlos wurden, bzw. Brände 
bei denen es zu einem erhöhten Risiko kam.

Aber, sind diese vielen Brände wirklich nur eine Verkettung von 
unglücklichen Umständen? Die Favela-Bewohner bezweifeln dies seit 
langem, und sie geben sich auch nicht mit den offiziellen Versionen der 
Sachverständigen zufrieden, die die Brandherde meist in den illegal 
abgezweigten Stromversorgungen, oder aber auf den Müllkippen in den 
Favelas ausmachen.

Inzwischen bekommen sie auch die Unterstützung von offizieller Seite, 
wie z.B. von Staatsanwalt José Carlos Freitas. Ihm kommt es mehr als 
verdächtig vor, dass die Feuerwehr immer zu den Favelas ausrücken 
muss, an denen die Immobilien-Haie ein großes Interesse haben.

Ist es wirklich Zufall, dass es immer und immer wieder in der Favela do 
Moinho brennt? Diese Favela befindet sich lediglich fünf Minuten Fahrtzeit 
von dem Parque Anhembi entfernt, in welchem im Dezember die 
Spielgruppen zum Confederations Cup ausgelost werden. 

Die Augen der Welt wird auf diese Auslosung, und somit auch auf diese 
Region gerichtet sein, schließlich gilt der Confederations Cup als die 
Generalprobe zur WM 2014. Darüber hinaus will die Stadt São Paulo 
genau dort, wo jetzt die Favela steht, einen S-Bahnhof errichten. 

Die Favela soll weg, und zwar so schnell wie möglich. Zwei Wochen vor 
dem Ausbruch des letzten Großfeuers hatte die Stadt die Menschen, die in 
dieser Favela leben, dazu aufgefordert, diesen Ort bis spätestens im 
Oktober zu verlassen.

Die Stimmung der Menschen der Favela ist geteilt. Während ein Teil der 
dortigen Bewohner resigniert und sich geschlagen gibt und diesen Ort 
verlassen hat, oder aber verlassen will, gibt sich ein anderer sehr großer 
Teil der Bewohner kämpferisch. 

Vor allem die Menschen, die die Flucht aus der Favela do Moinho wählen 
haben meist mehrfach ihr wenig an Hab und Gut bei den vorherigen 
Bränden verloren. Sie wollen nicht, dass noch einmal das Wenige in 
Flammen aufgeht, oder gar ihre Kinder oder sie selber dort verbrennen. 

Die Töne der Menschen, die dort weiter ausharren wollen, werden 
aggressiver. Sie weisen darauf hin, dass sie an diesem Ort leben, weil sie 
sonst keine andere Wahl haben. Sie fühlen sich von der Regierung 
verraten und verlassen. Immer wieder stellen sie die gleichen Fragen: 
Warum brennt es nur immer dort, wo der Immobilienmarkt sein 
Augenmerk hin gerichtet hat? 

Warum wurde in diesem Jahr noch nicht ein Cent in das städtische 
Programm zur Brandvorsorge investiert, welches bereits seit 2009 
besteht?

In der Statistik erscheinen in São Paulo alleine 1.633 Viertel, welche als 
irregule Wohngebiete bezeichnet werden. Von diesen profitierten lediglich 
50 von dem städtischen Programm zur Brandvorsorge. Nach den 
mehrfachen Großbränden der Vergangenheit in der Favela do Moinho 
verfügt diese zwar inzwischen über Hydranten, jedoch wurde es bis dato 
versäumt sowohl die dafür notwendigen Schlüssel zu liefern, damit diese 
geöffnet werden können, als auch die notwendigen Hydrantenschläuche. 

Wirklich alles nur Versäumnisse?

Die dort lebenden Menschen sind davon überzeugt, dass die Stadt São 
Paulo keinerlei Interesse daran hat ihre Lebenssituation zu verbessern. 
Sie sollen verschwinden – lieber heute als morgen. Aber wohin? Und wie 
lange werden sie an einem neuen Ort der Zuflucht bleiben können, bevor 
dieser in das Visier der Immobilieninteressenten rückt?


GBC-Team













Sonntag, 23. September 2012

Das Märchen vom grünen Strom

NEU: Im Copacabana-Flash *** Das Märchen vom grünen Strom
(von GBC-Team) 24.09.2012



Das Märchen vom grünen Strom

Die Deutsche Welle hat eine interessante Reportage von Vanessa Fischer 
veröffentlicht, welchen wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Der Preis dafür 
sind riesige Wasserkraftwerke im Amazonasgebiet, welche den sauberen 
Strom liefern sollen. Null Emissionen und trotzdem Entwicklung und 
Fortschritt für die betroffenen Regionen, beteuern die Kraftwerksbetreiber.




Die DW-Reporterin geht der Frage nach, was an dem Versprechen der 
brasilianischen Regierung dran ist, sauberen Strom für alle anzustreben.


Sehen Sie selbst! - Bitte HIER klicken! 



GBC-Team


Dienstag, 18. September 2012

NEU: Im Copacabana-Flash *** Das Verhältnis Brasilien - Deutschland ist im Moment gestört (von GBC-Team)18.09.2012


Verhältnis gestört

Obwohl in Kürze, nämlich ab Mai 2013, das Deutschlandjahr in Brasilien
stattfinden wird, stehen die deutsch-brasilianischen Beziehungen derzeit
nicht unter einem so strahlenden Stern – auch wenn nach außen hin viele
Fakten anderes vorzugeben scheinen.




Schließlich besuchten alleine im vergangenen Jahr rund 60 offizielle 
Delegationen aus Deutschland Brasilien. Darüber hinaus gibt es unzählige 
Kooperationen und Partnerschaften, wie beispielsweise die Tatsachen, 
dass Brasilien erst gerade das Partnerland für die Cebit war, oder aber im 
nächsten Jahr das Gastland der Frankfurter Buchmesse sein wird. Diese 
Liste lässt sich vom Deutsch-Brasilianischen Wissenschaftsjahr über das 
Deutsche Wissenschaftshaus beliebig lang fortsetzen.

Aber trotz all dieser guten und engen Zusammenarbeit sieht es, auf der 
höchsten politischen Ebene beider Länder, wohl scheinbar nicht ganz so 
harmonisch aus. Anzeichen hierfür, die in der Vergangenheit zunächst als 
zufällig heruntergespielt wurden, die gibt es viele.

- Der brasilianische Entwicklungsminister, Fernando Pimentel, sagte bei 
den 30. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen in Frankfurt / Main 
kurzfristig seine geplante Teilnahme ab.

- Der Termin für die hochrangig besetzte deutsch-brasilianische 
Wirtschafts- kommission wurde ebenfalls kurzfristig um drei Monate nach 
hinten verschoben.

- Das von Deutschland 2005 gekündigte Doppelbesteuerungsabkommen 
mit Brasilien steckt nach wie vor in einer Sackgasse. Brasilien ist das 
einzige BRIC-Land, mit dem Deutschland kein solches Abkommen 
getroffen hat.

- Auch, wenn es offiziell von den wenigsten deutschen Unternehmern 
zugegeben wird, welche sich um Staatsaufträge bewerben, so hört man 
doch hinter vorgehaltener Hand immer lauter, dass den Unternehmern mit 
Ablehnung und Desinteresse von Regierungsseite begegnet wird.

Auf der Suche nach einer Antwort für diese ablehnende Haltung, findet 
man bei den Beamten des brasilianischen Außenministeriums ungewohnt 
klare und zugleich schon fast undiplomatische Worte. Hier wird die 
Auffassung vertreten, dass es nicht ausreicht sich auf der im Jahr 2008 
beschlossenen strategischen Partnerschaft beider Länder mit Gesten und 
wohlgemeinten Aktionen auszuruhen. 

Und man wird sogar noch deutlicher, indem man dem Kanzleramt in Berlin 
eine fehlende Sensibilität mit Brasilien vorwirft.

Den sensiblen und aufmerksamen Brasilianern ist es nicht entgangen, 
dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits zum sechsten Mal offiziell 
China besucht hat, während Brasilien bis dato nur ein einziges Mal auf 
einer Lateinamerika-Rundreise für eineinhalb Tage stand. 

Sie empfinden das offensichtliche Desinteresse an Brasilien und 
Lateinamerika, von Bundeskanzlerin Merkel, schon fast als eine 
Beleidigung. 

Denn wie sonst soll man es ihrer Meinung nach nennen, wenn Brasilien 
und Lateinamerika, eine so unbedeutende Rolle in der deutschen Politik 
spielen, dass man diese dem Koalitionspartner FDP überlässt. 

Zwar bereiste FDP Außenminister, Guido Westerwelle, Brasilien bereits 
intensiver, aber auch hier ist den aufmerksamen Brasilianern nicht 
entgangen, dass er auf der ersten Reise eher mit dem ausloten von FDP-
Problemen beschäftigt war, als die Beziehungen zwischen Deutschland 
und Brasilien nach vorne zu treiben. 

Darüber hinaus sorgt die Tatsache, dass auffallend viele Parteifreunde 
des FDP-Ministers mit Botschaftsposten bedacht werden, für schmunzeln 
hinter vorgehaltener Hand.


Guido Westerwelle in Brasilien

Zugegebener Weise ist Brasilien alles andere, als ein leichter Partner. 
Schwankend sind die politischen Signale, die die brasilianische Regierung 
setzt. Mal fühlt man sich in Brasilien nicht nur solidarisch, sondern sogar 
als Sprecher für die armen Länder in der Welt – und im nächsten Moment 
gibt man sich kapitalistischer als die USA. 

Viele Experten beider Länder sind sich sicher, dass der größte Fehler 
Deutschlands darin besteht, dass man das Land immer noch als den 
jahrelangen Entwicklungspartner wahrnimmt. 

Doch Brasilien hat sich rasant nach vorne entwickelt, und diese 
sogenannten Entwicklungspartnerschaften sind zwar ganz angenehm, 
mehr aber auch nicht. Brasilien ist durch seinen Wirtschaftsaufschwung 
selbstbewusster geworden und blickt kritisch auf das aus seiner Sicht 
kleine Deutschland.

Es scheint wichtiger denn je, dass wirtschaftliche, technische oder 
wissenschaftliche Bereiche gefunden werden, welche für beide Staaten 
einen gemeinsamen großen Fortschritt bedeuten, und zu dem das 
jeweilige Land alleine nicht fähig gewesen wäre.



Schadet Ihrer Meinung nach Bundeskanzlerin Angela Merkel Deutschland, 
mit ihrem aus brasilianischer Sicht wenigen Fingerspitzengefühl im 
Umgang mit der brasilianischen Führungsebene?


Das BGC-Team

Dienstag, 28. August 2012


NEU: Im Copacabana-Flash *** Brasiliens neue Airline (von GBC-Team) 28.08.2012
http://www.bannjongg.com/cgi-bin/sbb/sbb.cgi?&a=show&forum=70&show=85


Brasiliens neue Airline


Am 16.08.2012 wurde einer neuen Airline in Brasilien, die ihren
Unternehmenssitz in Salvador da Bahia hat, durch die brasilanische
Luftaufsichtsbehörde Agência Nacional de Aviação, die
Betriebsbewilligung erteilt. Damit hat die über zwei Jahre lang währende
Vorarbeit der Verantwortlichen der neuen Airline zum Erfolg geführt.




Mit sofortiger Wirkung darf die neue Fluggesellschaft Charterflüge im 
ganzen Land durchführen. Lässt sich "Mais Linhas Aéreas", so der Name 
der neuen Airline, innerhalb der nächsten drei Monate nichts zu schulden 
kommen, so wird ihr auch die Genehmigung für Auslandsstrecken erteilt.

Mais Linhas Aéreas verfügt derzeit lediglich nur über zwei Fokker 100, 
welche momentan generalüberholt werden. Doch schon sehr bald sollen 
die Maschinen abheben. Eine hohe Mitarbeiterin der neuen 
Fluggesellschaft, Rosele Fernandes, erklärte gegenüber einem Magazin, 
dass man bereits einige Aufträge in Aussicht habe. 

Fernandes sieht dies jedoch lediglich als den ersten Schritt an, denn 
schon bald will man damit beginnen auch Linienflüge anzubieten.

Um in diesem Markt aktiv zu werden sind ebenfalls Bewilligungen der 
Luftaufsichtsbehörde notwendig. Hierfür muss ein Wunschnetz erstellt 
werden, wobei dann jede einzelne Strecke genehmigungspflichtig ist. 

Obwohl die Airline beteuert, dass man mit den großen Anbietern nicht in 
Konkurrenz treten wolle, und aus diesem Grund sich eher für Fortaleza 
und andere Städte im Nordosten von Brasilien interessiert, wurde die 
erste feststehende Wunschroute mit Rio de Janeiro – Brasília benannt. 

Dies lässt an der Aussage bzgl. der Konkurrenzbereitschaft ein wenig 
zweifeln, schließlich verkehren auf dieser Strecke bereits alle großen 
Anbieter, ganz gleich ob es sich hierbei um TAM, Gol, Webjet, Azul oder 
Avianca Brasil handelt.

Bleibt abzuwarten, ob und wie sich die neue Airline auf dem zur Zeit sehr 
hart umkämpften brasilianischen Markt für Flugreisende behaupten wird.



GBC-Team

Dienstag, 26. Juni 2012


NEU: Unser Lebensraum *** Rio+20-Gipfel und ein Resultat, das schon zu Beginn feststand (von GBC-Team) 26.06.2012
http://www.bannjongg.com/cgi-bin/sbb/sbb.cgi?&a=show&forum=44&show=101&start=0#0



Rio+20-Gipfel

am 22.06. ging die UN-Nachhaltigkeitskonferenz in Rio zu Ende.
Insgesamt kamen geschätzte 45.000 Besucher zu den über 3.000 parallel
stattfindenden Veranstaltungen und debattierten unter anderem über die
Möglichkeit einer “grüneren Wirtschaft“.




Flávio Dino, Präsident des Brasilianischen Fremdenverkehrsamtes 
Embratur zieht nach dem Gipfel ein positives Fazit: “Rio+20 war die erste 
in einer Reihe von Großveranstaltungen, die in Brasilien stattfinden. 

Die Konferenz hat Rio de Janeiro mobilisiert und dank der Bemühungen 
der Regierung verliefen die vier Konferenztage ruhig und sicher. 

Durch ein Abkommen mit der Regierung gestaltete das Netzwerk von 
Hotelbetreibern außerdem seine Tarife flexibler. Dies ermöglichte, dass 
die große Nachfrage abgedeckt werden konnte, ohne dass die Gäste 
unnötig belastet wurden.“ 

Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff erklärt den Rio+20-
Gipfel, als einen großen Schritt nach vorne, bei dem viele Konzepte für 
Nachhaltigkeit erarbeitet wurden.

Diese Euphorie teilen viele Beobachter und Umweltschutzorganisationen 
nicht. So erklärte beispielsweise Martin Kaiser von Greenpeace: “Die 
Erwartungen vor dem Gipfel waren klein und sind trotzdem enttäuscht 
worden."

Auf besonders scharfe Kritik stieß die Tatsache, dass bevor der Gipfel 
überhaupt begonnen hatte, bereits die Abschlußerklärung feststand. Die 
49-seitige Erklärung enthält eine Aufwertung des UN-Umweltprogramms. 
Es wurde zwar nicht, wie von Deutschland angestrebt, eine 
eigenständige Organisation, erhält aber letztendlich mehr Geld und auch 
mehr Einfluss. 

Zum Entsetzen der Umweltaktivisten wurden keinerlei neue Entwicklungs- 
und Umweltschutzziele darin formuliert. Diese sollen in den kommenden 
Jahren noch entwickelt werden.

Alois Fedder vom WWF brachte es auf den Punkt, was die meisten 
dachten, aber wohl kaum einer auszusprechen wagte. Fedder erklärte zu 
Beginn des Rio+20-Gipfels: “Wozu braucht es jetzt den Gipfel noch? 

Das ist doch eine Missachtung der Staatschefs, wenn ihnen ein Papier vor 
die Nase gelegt wird und sie dürfen es nur noch unterschreiben.“

Ganz so einfach war es jedoch zunächst nicht, denn es gab im Vorfeld ein 
24-Stunden-Poker zwischen Brasilien und der EU, da man sich nicht auf 
den gemeinsamen Text einigen konnte. Brasilien hatte den Versuch 
unternommen die EU zu isolieren, indem man auf die Wünsche der USA 
und Venezuela's einging, und sich in seltener Einigkeit konkreten 
Meeresschutzzielen versperrte. 

Die EU widersetzte sich diesem Plan und wurde hierbei auch von vielen 
afrikanischen Staaten unterstützt. Nach einigen Detailänderungen 
stimmte man dann jedoch schließlich ebenfalls der Abschlusserklärung zu, 
die somit bereits vor dem Gipfel feststand. 

Bestimmt wurde dieses handeln wohl aufgrund der Tatsache, die der 
deutsche Umweltminister Peter Altmaier wie folgt erklärte: “Im Übrigen ist 
es so, dass eine Konferenz, die am Ende ein Erfolg ist, jedenfalls besser 
ist als eine Konferenz wo die Staats- und Regierungschefs am Ende keine 
Einigung finden.“ 

Schlimmer noch, Klaus Töpfer, der auf dem UN-Gipfel 1992 als der Macher 
galt sagte außerdem: “Es ist fast so, als wollte man hier hinter den 
Erdgipfel von damals zurückfallen.“



Klaus Töpfer


Tatsächlich ist die Rio-Abschlusserklärung so schwach, dass von ihr keine 
Impulse für eine nachhaltige Entwicklung ausgehen werden. Brasilien 
feiert jedoch seinen Erfolg. Keine großen Konflikte während des Gipfels 
und eine gemeinsame Abschlusserklärung. 

Jedoch hat diese Abschlusserklärung für viele Kritiker so wenig Inhalt, das 
sie der Meinung sind, dass man sich den ganzen Gipfel eigentlich hätte 
sparen können.

Desweiteren soll auf dem Gipfel eine aggressive Stimmung geherrscht 
haben. Beobachter erklärten, dass die Brasilianer die Verhandlungen zum 
Teil rüde dahin geführt haben, wo sie sie hinhaben wollten. Und ein 
Teilnehmer, der nicht genannt werden will, sieht in diesem Umgangston 
einen Vorgeschmack auf die künftigen, womöglich immer erbitterter 
ausgefochtenen Verteilungskämpfe um die schwindenden Ressourcen der 
Erde in diesem Verhalten.


GBC-Team

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