Auch für Österreich, Luxemburg und
Deutschland...
Nachdem ich mich noch Anfang der Woche darüber geärgert hatte,
dass der Präsident von Novartis nach seinem Rücktritt ein "Beratergehalt"
von insgesamt 72 Millionen Franken erhalten soll, verteilt über 6 Jahre,
nun eine erfreuliche Meldung:
Es gibt Gegenwehr. Die öffentliche Meinung hat doch etwas bewirkt, die
Zusage besagter Zahlungen wird zurückgenommen.
Und dann ist da noch Thomas Minder, parteiloser Schweizer Ständerat
(Kanton Schaffhausen, gefällt mir als Rheinländer natürlich sowieso).
Guter Mann. Denn: Er ist Initiator einer Volksinitiative "gegen Abzockerei".
Da geht es um konkret um Managergehälter.

Unsere Brüder und Schwestern in der Schweiz haben es diesbezüglich
gut, denn am 3. März können sie darüber abstimmen. Ich habe mir den
Initiativtext angeschaut. Klasse!
Lesen Sie sich zum Beispiel folgende Zeilen aus dem Initiativtext durch -
geht doch runter wie Öl:
"Die Generalversammlung stimmt jährlich über die Gesamtsumme aller
Vergütungen (Geld und Wert der Sachleistungen) des Verwaltungsrates,
der Geschäftsleitung und des Beirates ab. Sie wählt jährlich die
Verwaltungsratspräsidentin oder den Verwaltungsratspräsidenten und
einzeln die Mitglieder des Verwaltungsrates und des Vergütungsausschusses
sowie die unabhängige Stimmrechtsvertreterin oder den unabhängigen
Stimmrechtsvertreter.
Die Pensionskassen stimmen im Interesse ihrer Versicherten ab und
legen offen, wie sie gestimmt haben. Die Aktionärinnen und Aktionäre
können elektronisch fernabstimmen; die Organ- und Depotstimmrechts-
Vertretung ist untersagt."
Das Gute daran: Dies ist keine utopische Wunschvorstellung, sondern
realistische Möglichkeit geworden. Dank Thomas Minder. Sollte die
Initiative erfolgreich sein, muss sie spätestens innerhalb eines Jahres
gesetzliche Wirkung erlangen.
Und die Chancen stehen durchaus gut. Laut Tages Anzeiger würden
derzeit rund 57% der Stimmberechtigten für diese Initiative stimmen.
Und so spielt möglicherweise auch der Ex-Präsident von Novartis seine
Rolle. Denn wer weiß, vielleicht sind zahlreiche Stimmberechtigte erst
durch ihn (72 Millionen Abfindung!) auf die Thematik aufmerksam gemacht
worden.
Und gerechter Zorn kann in diesem Fall in eine konkrete Handlungs-
Möglichkeit kanalisiert werden. Wieso fällt mir genau in dem
Zusammenhang ein Zitat ein - siehe "Zitat des Tages"...
Die Schweizer/innen haben es da gut! Die Schweizer Mitglieder der
Latschariplatz-Community können ihre Möglichkeit zur Stimmabgabe am
3. März nutzen.!
So eine Initiative wünsche ich mir auch für Österreich, Luxemburg und
Deutschland. Ja, ich weiß, die Gesetzeslage ist dort unterschiedlich in
Bezug auf Volksabstimmungen. Aber wünschen kann ich es mir doch,
oder?
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Traders Daily
Koblenzer Straße 99
53177 Bonn

Für Minders Abzockerinitiative in 2 Wochen ist Daniel Vasella Gold wert.
Der Novartis-Chef soll gemäss dem Magazin Bilanz in seiner ganzen Ära
fast 400 Millionen Franken kassiert haben.
Bisher unbekannt blieb die Summe, die Vasella über seinen Abgang
hinaus vom Pharma-Multi erhält. Novartis spricht seit 2010 immer nur von
einer “marktgerechten Vergütung” für Vasellas Verzicht, für die
Konkurrenz zu arbeiten.
Jetzt lüftet sich der Schleier um die wohl teuerste Abgeltung fürs
Nichtstun.
Ums Jahr 2010 herum hinterlegte Novartis bei der Wegelin Privatbank die
Summe von 75 Millionen. Das Geld war für Vasellas Stillhalten nach
seinem Ausscheiden bei Novartis gedacht.
Die 75 Millionen basierten auf 5 Jahrestranchen zu je 15 Millionen
Franken. Die 5 Jahre wurden als Frist festgelegt, während der Vasella
nach seinem Abschied für keine Konkurrenz tätig sein darf.
Die Uhr beginnt in einer Woche zu laufen, wenn Vasella an der Novartis-
Generalversammlung vom Präsidium zurücktritt. Ob er sofort auf die
ganzen 75 Millionen Zugriff hat, ist unbekannt.
Vasellas Geheimkonto wurde vom Zürcher Staranwalt Peter Nobel
eingefädelt. Nobel und Vasella sind seit langem Vertraute.
Die enge Verbindung kam über den langjährigen Novartis-Konzernanwalt
Thomas Werlen zustande. Als General Counsel kannte Werlen die
Geheimnisse von Novartis und dessen Chef Vasella. Werlen wechselte
2012 zum Schweizer Ableger einer grossen US-Kanzlei.
Anwalt Peter Nobel stand 2010, als Vasella sein CEO-Amt abgab und sich
aufs Novartis-Präsidium beschränkte, vor der Aufgabe, die 75 Millionen
Stillhalte-Prämie bei einer Bank zu deponieren.
Nobel war schon seit längerem eng befreundet mit Wegelin-Chef Konrad
Hummler. Die beiden gingen in St. Gallen aufs Gymnasium, später traf
man sich in Gremien der Hochschule St. Gallen. Zudem lud Hummler Nobel
an verschiedene Wegelin- und Kultur-Veranstaltungen ein.
Nobel wollte für Vasellas Geheimkonto eine verschwiegene, kleinere
Schweizer Privatbank. Seine Freundschaft mit Hummler und dessen
bodenständige, aufstrebende Wegelin-Bank mit Partnerhaftung gaben
den Ausschlag, das Geld in St. Gallen zu deponieren.
Für Hummler und Wegelin war das 75-Millionen-Konto attraktiv. Hummler
beauftragte einen vertrauenswürdigen Wegelin-Mitarbeiter mit der
Abwicklung des Geschäfts und der Betreuung der Kundenbeziehung.
Hummler wollte sich gestern nicht zum Vasella-Geheimkonto bei Wegelin
äussern, Anwalt Peter Nobel liess mehrere ... (weiterlesen...)
NEU: CVP-Bezirkspartei Diessenhofen *** Vortrag zur "Abzocker-Initiative" und Standorts-Bestimmung der Bezirkspartei (von Guido Elser) (11.01.2013)
Abzockerei und Lage
der CVP-Bezirkspartei
Gut 60 Personen besuchten am Donnerstagababend das öffentlich
zugängliche Referat von Ständerat Thomas Minder zur Abzocker-Initiative
im Da Pulcinellla.
Diessenhofen
Thomas Minder eröffnete das Referat mit der Bemerkung, dass er sich
darüber freue, vor der CVP Bezirk Frauenfeld referieren zu dürfen, da erst
vor kurzem die CVP des Kantons Vaud die Ja-Parole beschlossen habe zu
seiner Initiative gegen die Abzockerei.
Nun widerlegte er die Argumente seiner Gegner So sagte er unter
anderem, dass es falsch sei, dass seine Initiative das Erfolgsmodell
Schweiz aufs Spiel setze.
Sein Initiative stärke im Gegenteil den Wirtschaftsplatz Schweiz, weil sie
durch bessere Corporate Governance die Entschädigungsexcesse bei
börsenkotierten Gesellschaften bekämpft zum Schutze der
Unternehmungen und der Volkswirtschaft.
Gerade die Skandale der UBS ( US-Steuer-, Subprime- und Libor Skandal)
zeigten sehr klar, welche Folgen ein nur auf Gewinn ausgerichtetes
Geschäftsgebaren habe: drohende Insolvenz, astronomische Bussen und
massiver Stellenabbau. Dazu erlitten Kleinanleger und Grossinvestoren
wie AHV und Pensionskassen durch sinkende Aktienkurse und fehlende
Dividenden gross finanzielle Einbussen.
Das schadet den Renditen von AHV und Pensionskassen. So widerlegte
Minder Punkt um Punkt die Argumente seiner Gegner, die nun mit dem
Gegenvorschlag des Bundesparlamentes werben.
Aber dieser Gegenvorschlag ist laut Minder untauglich, da er höchstens
35 Prozent der Fordrungen aus seiner Initiative abdeckt.
Die nach dem Referat gebotene Diskussionsgelegenheit wurde lediglich
von einer Person aus der Gegnerschaft von Minder benutzt.
Lage der CVP-Bezirkpartei
Nach einer Apero-Pause brachte nun CVP-Präsident Stephan Geiges die
Traktanden der CVP-Delegiertenversammlung rasch über die Bühne. Das
informativste Traktandum war der Lagebericht von Präsident Geigest über
die neu organisierte CVP des Bezirkes Frauenfeld. Dieser neue Bezirk
deckt nun ca. 62 000 Einwohner in 23 Gemeinden ab. Der neue Bezirk
wurde aus drei alten Bezirken zusammen gewürfelt.
Der neue Vorstand wurde am 22. März 2011 in Hüttwilen gegründet. Der
frühere Präsident Paul Rutishauser hat für diese Zusammenführung
beste Vorarbeit geleistet, die nun im Bericht verdankt wurde.
Grosse Herausfoderungen bewältigt
Die Herausforderungen an den neuen Vorstand waren gross. Neben den
Vorbereitungen der Kantonsratswahlen galt es, die Mitglieder des neuen
Bezirkes zu vernetzen. Der sehr gut besuchte Anlass im Da Puclinella
zeigte nun, dass diese Zusammenführung gelungen ist.
Bei den Kantonsratswahlen hat die CVP Thurgau grosses Können
bewiesen und aber auch Glück gehabt. Im Bezirk Frauenfeld wurde das
angestrebte Ziel leider nicht ganz erreicht. Statt der erhofften 5 sind nun
nur 4 CVP-Personen im Grossen Rat vertreten.
Das sind Elsbeth Aepli, Carmen Haag, Monika Weber und neu Stefan
Geiges, der Bezirkspsräsident. Mit dem Wähleranteil von 13 Prozent ist
man nur bedingt zufrieden. Es bleibt viele zu tun, um diesen Wähleranteil
bei den nächsten Wahlen zu erhöhen.
Die bisherige Parteiarbeit im Bezirk wurde vom Vorstand in 6 Sitzungen
und einem Workshop mit zwei Vorbereitungsgsabenden erledigt. Für eine
gut funktionierende Bezirkspartei haben die Ortsparteien weiterhin eine
wichtige Aufgabe.
Für die Sekretariatsarbeit im Bezirk wurde nun eine Teilzeitstelle von 10
Prozent geschaffen. Präsident Geiges bedankte sich nun beim
Bezirksvorstand und bei den Vorständen der Ortsparteien für die
geleistete Arbeit. Der Lagebericht wurde nun von der Versammlung mit
Akklamtion genehmigt und verdankt.
Guido Elser (ge)
© Text und Fotos von Guido Elser
Das waren die Akteure an der CVP.-Delegiertenversammlung im Da Pulcinella
(v.l.n.r. Paul Rutishauser, alter Präsident. Referent Ständerat Thomas Minder, Stefan Geiges
neuer Präsident.

Thomas Minder beim Referat (1)

Thomas Minder beim Referat (2)
NEU: Politik in der Schweiz *** Was schadet dem Standort Schweiz?
(von Thomas Minder) (02.01.2013)
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Was schadet dem Standort Schweiz?
Seit Jahren verursacht die UBS einen Skandal nach dem andern.
Milliardenverluste, Milliarden- und Millionenbussen bedrohen die Bank und
prellen ihre Aktionäre und die in die Bank investierenden Pensionskassen.
Nicht einmal die rettende Hand des Staates und die Hilfe der
Nationalbank haben im Verwaltungsrat ein Umdenken in Sachen
nachhaltiger Geschäftsführung bewirkt. Das UBS Geschäftsgebaren
schädigt den Finanz- und Wirtschaftsstandort Schweiz im In- und
Ausland. Dafür verantwortlich zeichnet sich der Verwaltungsrat.
Zudem beschäftigt das Missmanagement seit Jahren Bundesbern.
Tatsache ist, dass über all die Jahre, sowohl auf Stufe Verwaltungsrat,
wie auch auf Stufe Geschäftsleitung Gehälter in Millionenhöhe bezahlt
wurden.
Die totale Vergütungssumme aller Mitglieder des Verwaltungsrates und
der Geschäftsleitung im Jahre 2006 belief sich auf 253 Millionen.
Gekrönt wurde diese Abzockerei von einer Abgangsentschädigung von
- 2.3 Millionen (trotz Jahressalär von 27 Millionen) an Marcel Ospel,
- 3,3 Millionen Rente an Peter Kurer,
- einem Salär von 13 Millionen an Investmentbanking Chef Kengeter (trotz
6 Milliarden Verlust in seiner Abteilung),
- Vorauszahlungen von 20 Millionen an die GL-Mitglieder Andrea Orcel
- und 10 Millionen an Robert McCann, einem Begrüssungs-Optionenpaket
- von 13 Millionen an ex-CEO Grübel, einem Bonus (nach nur 3 Monaten)
- von 4,6 Millionen an CEO Ermotti und
- einer Vorauszahlung von rund 5 Millionen an den neuen Verwaltungsrats-
Präsidenten Axel Weber.
Dieser Akt ist eine absolute Premiere – dass mittlerweile sogar noch nicht
gewählte Verwaltungsräte mit Vorauskasse geködert werden. Das
wahnsinnige an dieser Entwicklung ist einerseits die immer kürzere
Zeitspanne zwischen den Skandalen und anderseits, dass dieses
Missmanagement TROTZ neuen Mitgliedern des Verwaltungsrates und der
Geschäftsleitung passierte.
Seit 2006 hat die UBS nicht weniger als vier verschiedene
Verwaltungsratspräsidenten und vier neue CEO‘s engagiert. Die
verantwortlichen Köpfe wurden ausgewechselt – die Skandale sind
geblieben.

Eine nachhaltige, pflicht- und risikobewusste Firmenführung sieht anders
aus.
Die UBS Missmanagement Fälle und die gleichzeitig bezahlten
Millionengehälter zeigen exemplarisch wohin die Abzockerei führen kann
und welche Gefahren sie für den Wirtschaftsstandort Schweiz bergen. Die
Bank hat angekündigt bis 2015 weitere 10‘000 Stellen abzuschaffen.
Einmal mehr sind die Angestellten die Leittragenden.
Nun will ausgerechnet der Präsident der BDP Schweiz, NR Landolt,
welcher bei der UBS politischer Berater im Range eines Direktors ist, den
Winkelried gegen die Volksinitiative „gegen die Abzockerei“ spielen.
Die Millionen für die Gegner-Kampagne bekommt er vom Dachverband
Economiesuisse und somit direkt oder indirekt von seinem Arbeitgeber.
Die UBS ist via Bankiervereinigung Mitglied. Nicht die Abzocker selbst
finanzieren den gegnerischen Abstimmungskampf, sondern die KUNDEN
und AKTIONÄRE dieser Mitgliederfirmen.
Noch viel schlimmer: Die Gegner-Millionen stammen von uns Steuerzahler,
via die Mitgliederfirmen Swisscom, Axpo, BKW, Alpig oder noch paradoxer
via die ausländischen Mitgliederfirmen McKinsey, IBM, Ikea, Microsoft,
Philip Morris etc. Ein Wahnsinn!
Liebe Schweizerinnen und Schweizer machen Sie bitte bei diesem Spiel
nicht mit! Unterstützen Sie die Volksinitiative „gegen die Abzockerei“ mit
einem wuchtigen JA. Sie setzen ein klares Zeichen gegenüber
Bundesbern, dass Sie frustriert sind über das jahrelange Verzögern
dieser Vorlage.
Was gute Firmenführung ist und dass man zuerst den Eigner fragt bevor
man sich selbst bedient gehört in die Verfassung, nur so verstehen es
endlich die Damen und Herren Verwaltungsräte.
Steht das lediglich im Gesetz, ganz nach dem Gusto des Parlamentes, so
ist dies im Nu wieder geändert. Nur die Volksinitiative schliesst die so
wichtigen Hintertüren. Mit dem indirekten Gegenvorschlag wird weiterhin
abgezockt.
Lassen Sie sich durch die Millionen Kampagne der Gegner nicht
beeindrucken. Die Gegner wollen Ihnen weis machen die Initiative
schädige den Standort Schweiz.
Die Skandale und Abzockerei bei der UBS und anderen Firmen zeigen
eindrücklich was den Standort Schweiz WIRKLICH schädigt. Die
Volksinitiative „gegen die Abzockerei“ ist das beste Exportprodukt. Sie
zeigt der Welt, wie die Basisdemokratie funktioniert und wie man der
Abzockerei auf der Teppichetage einen Riegel schiebt.
Thomas Minder
Ständerat
(Erstpublikation als Inserat in der Sonntagszeitung vom 30.12.2012)
Der Einsatz des frischgewählten Schaffhauser Ständerates um gerechtere Boni in den
Unternehmen mittels seiner Abzocker-Initiative, seine Hartnäckigkeit und Unbeirrbarkeit haben
Eindruck gemacht.