"Potzmusig"
vom 30.03.2013, 18:38 Uhr
Stefan Schwarz -
Journalist, Komponist, Musiker und Grafiker
Stefan Schwarz kennt jeden in der Volksmusikszene. Er ist Redaktor und
Herausgeber der Volksmusik-Zeitschrift «Stubete». Daneben arbeitet er
auch als Musikproduzent und spielt selber in verschiedenen
Ländlerformationen mit.
Aktuell spielt Stefan Schwarz mit seiner Formation «Schabernack» auf den
Ländlerbühnen. Auch in «Potzmusig» hat er seine Musikerkollegen
Christian Freiburghaus, Marcel Zumbrunn und Christian Wyss eingeladen.
Er spielt aber auch mit seiner zweiten Formation «Ohalätz», in der Stefan
Klarinette spielt.
Seine Wurzeln hat der gebürtige Berner Oberländer in der Blasmusik.
Eines seiner Projekte als Dirigent nach der Rekrutenschule im Militärspiel
war das Blasorchester Helvetia.
Für «Potzmusig» hat er dieses reaktiviert und eine Eigenkomposition
aufgenommen. Mit «Echo vom Weissenstein» spielt in der Sendung eine
weitere bekannte Formation – und zugleich sein Geschäftspartner bei der
Volksmusik-Zeitschrift «Stubete», Hanspeter Eggenberger.
Mit dem Ländlerquartett «Schletti-Schwarz» und der Nachwuchsjodlerin
Fabienne Portmann wird die Sendung abgerundet.

NEU: Martha's Advents-Box 2012 *** 11. Dezember (von Martha Stadlmair) (11.12.2012)
11. Dezember 2011
Freude
Die Engel im Himmel sangen wunderschön. Ein kleiner Engel hatte sich in
den Chor geschlichen und sang mit holpriger Stimme, dafür mit umso
mehr Inbrunst, seine selbst erfunden Lieder dazwischen. Der stolze
Engelchordirigent warf dem kleinen Engel böse Blicke zu.
In einer Pause quakte der kleine Engel: „La la la, ich bin so gerne da!“
Das war zuviel für den Dirigenten. „Halt, stopp!, Du störst die Reinheit der
Musik!“ Kurzerhand warf er den Kleinen von der Wolke.
Mit tränenblinden Augen tastete der kleine Engel nach seinem
Gesangsbuch, das er beim Sturz verloren hatte und verkroch sich
weinend in einer Regenwolke. Nach einiger Zeit drang durch den Nebel
eine sanfte Stimme an sein Ohr: „Du, Winzling, was hast du denn?“
Der kleine Engel schniefte und erblickte über sich das lächelnde Gesicht
eines älteren Engels. „Ich,“ geräuschvoll zog er den Inhalt seiner Nase
hoch, „ich darf nicht im Chor singen. Aber Singen macht mir solche
Freude!“
„Wer sagt, dass du nicht singen darfst?“, fragte der ältere Engel.
„Der Dirigent! Er hat mich von seiner Wolke geworfen.“ Erneut Tränen in
den Augen des Kleinen. Etwas verstehe ich aber nicht, warum darfst du
nicht mehr singen?“ „Er hat gesagt, er will mich nicht in seinem Chor
haben, dabei habe ich ganz eigene Lieder gemacht.“
Er streckte dem älteren Engel sein Gesangsbuch hin. Der blätterte darin
und schaute dann den Kleinen ernst an. „Kannst du diese Lieder nur im
Chor singen?“ „Ähm… Nein…?“ Der ältere Engel lächelte. Der Kleine
wischte sich die Tränen vom Gesicht. Ein Hoffnungsschimmer trat in seine
Augen.
„Ich könnte mir eine eigene Wolke suchen und darauf singen. Würde ich
dann den Chor nicht trotzdem stören?“ Der Engel schüttelte den Kopf.
„Der Himmel ist weit!“ Er lächelte dem Kleinen ermutigend zu, drückte ihm
das Gesangsbuch in die Hand und verschwand im Nebel.
Ein Weilchen blieb der kleine Engel in seiner Regenwolke sitzen. Dann
kroch er hinaus und schaute sich nach einer neuen Wolke um. Es dauerte
gar nicht lange, da schwebte ein Wölkchen herbei. Freudig liess er sich
darauf nieder.
Er klappte sein Gesangsbuch auf und sang. Je länger er sang, desto
fröhlicher wurde er. Die Engel, die ihn hörten, wurden von seiner Freude
angesteckt und stimmten in den Gesang ein. Jeder Engel sang genau
das, was er in seinem Herzen spürte. Es wurde ein Konzert voller
Lebensfreude und Hingabe. Und Gott hörte zu und lächelte.© Karin Jörger-Egger
NEU: Ein besonderer Anlass *** Wenn Musikvereine Geschichten erzählen…
(von Guido Elser) (26.11.2012)
Kirchenkonzert der Stadtmusik
Wenn Musikvereine Geschichten erzählen…
Etwa 200 Personen besuchten am Sonntagabend das Kirchenkonzert der
Stadtmusik Diessenhofen und des Musikvereins Allmannsdorf e.V. bei
Konstanz.
Diessenhofen
Dass auch mit Blasmusik grausame und auch liebliche Geschichten
erzählt werden können, zeigten die beiden Verein am frühen
Sonntagabend an ihrem gemeinsamen Kirchenkonzert in der katholischen
Kirche Diessenhofen.
Die Konstanzer (die Allmannnsdorfer sind heute von Konstanz
eingemeindet) erzählte musikalisch in der Komposition «Die Hexe und die
Heilige» eine grausame Geschichte, in der es unter anderem um
Hexenverbrennung und Selbstmord ging und die Diessenhofer in dem
Werk «Don Quichote de la Mancha» eine mehrheitlich heitere Geschichte.
Beide Vereine wurden musikalisch den hohen Ansprüchen gerecht, die
diese zwei Konzertstücke an die Dirigenten und die rund 100 Musiker und
Musikerinnen stellten Der Konstanzer Verein zählt gegen 60, der
Diessenhofer Verein über 40 Mitglieder.
Das Konzert kam in Diessenhofen und vor einer Woche in Konstanz
zustande, da die beiden Dirgenten Markus Augenstein und Klaus Sell,
beide in Süddeutschland bekannt als vorzügliche Hornisten, befreundet
sind.
Die Konstanzer begannen ihr Konzert mit dem «Marsch der Medici» von
Johann Wichers. Die verschiedenen Register des Vereins kamen toll zur
Geltung, so die begnadeten Schlagzeuger und die drei gewaltigen Bässe.
Blasmusikvereine mit sovielen Bässen sind hierzulande eine Seltenheit,
und trotzdem kamen bei den Konstanzern auch alle andern Register
bestens zur Geltung.
Die Aufführung von «Die Hexe und die Heilige» wurde dann zum
Höhepunkt und erntete langanhaltenden Applaus.
«Don Quichote» war ein Höhepunkt
Bei den Diessenhofern wurde die lustige Geschichte «Don Quichote» zum
musikalischen Höhepunkt. Das Publikum bot begeisterten Applaus. Bei
soviel Zuneigung wurden bei beiden Vereinen Zugaben verlangt, die
grosszügig gewährt wurden, so bei den Konstanzern mit einer
musikalischen Schlittenfahrt.
Toll war es, wie da immer wieder die Peitsche knallte. Als Dank für das
Gebotene wurden am Schlusss die beiden Dirigenten Klaus Sell für
Konstanz und Markus Augenstein für Diessenhofen auf das Podest
gebeten und dort mit Blumenbouquets und viel Applaus für die beiden
Musikvereine gefeiert.
Nach dem Konzert war es dann eng bei dem grossen Andrang zum
reichhaltigen Apero im Untergschoss der Kirche. Dieser kam zustande
dank grosszügiger Sponsoren. Im Publikum freut man sich bereits wieder
auf das Kirchenkonzert 2013.
Guido Elser (ge)
© Text und Fotos von Guido Elser
Der Musikverein Allmannsdorf e.V.

Die Stadtmusik Diessenhofen

Die beiden Dirigenten Klaus Sell (links) und Markus Augenstein werden geehrt