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Samstag, 4. Mai 2013

Museum zum Goldenen Leuen




Museum zum Goldenen Leuen Diessenhofen
Neues Museum

Die Apothekerfamilie Brunner macht ihre Privat-Sammlung der
Öffentlichkeit zugänglich. Die Familienstiftung „zum Goldenen Leuen“
zeigt Raritäten aus der Zeit von 1821 bis 1963.
 

Am Montag führte Bruno Giuliani, Stiftungsrat, sieben geladene Gäste 
durch die Ausstellung.

Im Haus zum Goldenen Leuen, Hauptstrasse 8 in Diessenhofen, werden 
die Besucher in die Zeit zurückversetzt, als Apotheker Tinkturen und 
Salben noch selber herstellten. Die Pharmazie-Historische Ausstellung ist 
im dritten Obergeschoss. Zu bestaunen sind Laboreinrichtungen und 
Möbel einer alten Apotheke. 

Es handelt sich um Gegenstände aus der Zeit, als Familie Brunner im 
Nachbarhaus die Stadtapotheke betrieb, welche heute Ernst Alder 
gehört. Nebst pharmazeutischen Artikeln enthält die Sammlung Münzen, 
Zunftzeichen und Wappenscheiben. 

Kinderzeichnungen an der Wand stellen Szenen aus der Medizin dar mit 
Bezug auf Gegenstände der Ausstellung. Eindrücklich ist die 
Rezeptsammlung mit mehr als 14000 Rezepten von Ärzten und Tierärzten 
aus Diessenhofen und Gailingen, Deutschland. 

Die Bibliothek im zweiten Obergeschoss ist vollgestopft mit uralten 
Büchern, viele davon von hand geschrieben. Dort steht ein Winterthurer 
Turmofen. Seine Kachelbilder zeigen Szenen aus dem menschlichen 
Lebensrhythmus mit originellen Sinnsprüchen. 

Für das Alter steht zum Beispiel „wer schwachen Eltern nicht die 
Schuldigkeit erweist, der wird, auch alt und schwach, mit Kindergrütz 
gespeist.“ Eine Inschrift auf dem Kranz deutet darauf hin, dass der Ofen 
1685 gebaut wurde, wahrscheinlich gleichzeitig mit dem Hausbau. 

Das Haus ersetzte ein Holzhaus mit Stallungen. Familie Brunner kaufte 
kirchliche Gegenstände, zum Beispiel Altäre. Diese sind im Erdgeschoss 
ausgestellt. Sie stammen aus dem ehemaligen Kloster St. Katharinental 
und aus der Stadtkirche.

Apotheker-Familie Brunner

Vor mehr als vierhundert Jahren kamen die Vorfahren der Familie Brunner 
nach Diessenhofen. 1606 wurden sie eingebürgert. Seit damals nennen 
sie sich „Brunner“. Ihre Nachkommen waren berühmte Mediziner. Sie 
kauften 1785 den Unterhof, wo sie praktizierten und eine Augenklinik 
betrieben. 

1821 gründete Jonas Friedrich Brunner eine Apotheke. Er übergab sie 
seinem Sohn Alfred und dieser seinem Sohn Erwin. Erwin Brunner führte 
die Apotheke bis 1963. Die drei Apotheker-Generationen trugen die mehr 
als zweitausend Kostbarkeiten der Ausstellung im Goldenen Leuen 
zusammen. 

Das meiste stammt aus ihrer Tätigkeit, vieles kauften sie dazu.
Der Schwiegersohn von Erwin Brunner, Hans W. Schmid aus Zug, 
gründete 1974 zusammen mit seiner 2012 verstorbenen Ehefrau Regula 
Schmid-Brunner aus Diessenhofen die Stiftung zum Goldenen Leuen. Sie 
hat den Auftrag, die Brunner-Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu 
machen. 

Mitglieder des Stiftungsrates sind Bruno Giuliani, alt Bürgerpräsident von 
Diessenhofen, und Angehörige der Familie Brunner.

An Tagen der offenen Tür, 24. bis 26. Mai, 21. bis 23. Juni und 13. bis 15. 
September, ist die Sammlung öffentlich zugänglich. Von Mai bis Oktober 
können Gruppen von maximal 12 Personen eine Führung vereinbaren. 
Kontaktformular siehe 

http://stiftungzumgoldenenleuen.ch. 


Dieter Ritter (dr)
© Text und Fotos von Dieter Ritter



Bruno Giuliani, Mitte, erklärt seinen Gästen das Altarbild in der Hauskappelle im Erdgeschoss.


Bruno Giuliani, rechts, begrüsst seine Gäste mit einem Weisswein aus der Gegend.


Bruno Giuliani, 3. Von links, zeigt seinen Gästen die Apotheke im 3. Obergeschoss.


Bruno Giuliani, rechts, weist auf die originellen Sinnsprüche auf dem Turmofen in der Bibliothek hin



Samstag, 16. März 2013

Der Lindwurm erwachte aus dem Dornröschenschlaf




Der Lindwurm erwachte aus
dem Dornröschenschlaf


Am Sonntag wurde zum Tag der offenen Tür geladen und auch der
zwanzigste Geburtstag gefeiert


Am Sonntag staunten Besucher als sie im Museum Lindwurm in Stein am 
Rhein mit den Worten, dass heute kein Eintritt verlangt werde, herzlich 
willkommen geheissen wurden. 

Bereits kurz nach Mittag waren es 150 Besucher die davon Gebrauch 
machten. Der Grund dieses Andranges lag darin, dass das Haus nach der 
Winterpause wieder offen war. Es wurde aber auch zum Tag der offenen 
Tür und zum Geburtstagsfest geladen. 

Das Museum, das der Jakob und Emma Windler- Stiftung gehört, wurde 
20 Jahre alt. Am Morgen wurde deshalb ein Apéro und am Nachmittag 
eine Führung geboten. 

Im Stil des mittleren 19. Jahrhunderts

Stadtpräsidentin Claudia Pia Eimer erwähnte, dass es sich ursprünglich 
um das Wohnhaus der Familie Gnehm handelte. Sie dankte den drei 
Mitarbeiterinnen und konnte auch Peter Bretscher begrüssen. 

„Ein Haus das so wenig Personal bei so vielen Besuchern hat gibt es 
nirgends“ erwähnte er. Peter Bretscher gilt als Mann der ersten Stunde. 
Er betreut das Haus derzeit kuratorisch. Hauptberuflich ist er Kurator am 
Historischen Museum Thurgau. Er begleitet den Lindwurm seit drei Jahren 
erneut, von 1990 bis 1993 entwarf er das Ausstellungskonzept. 

Peter Bretscher erinnerte an Emma Windler und dass das Haus ihr Ein- 
und Alles war. Testamentarisch bestimmte sie, dass es der Öffentlichkeit 
zugänglich gemacht werde. In einer frühen Planungsphase hätte sich das 
Wohnmuseum lediglich auf den Salon beschränkt. 

Im ersten Geschoss war eine Ausstellung von Phonographen geplant. 
Im Hinterhaus sollten landwirtschafliche Geräte gezeigt werden. In den 
letzten drei Jahren wurde etappenweise einiges erneuert. Am 
augenfälligsten der Eingangsbereich und die Beleuchtung. 

Dabei wurde am Konzept festgehalten, ein Haus zu präsentieren, 
welches die Lebens- und Arbeitswelt einer gehobenen Bürgerfamilie Mitte 
des 19. Jahrhunderts zeigt. 

Ein attraktives Angebot

Zum Konzept gehört auch, dass man auch Familien mit Kindern anspricht. 
So habe es spezielle Sachen, die vor allem Kinder entdecken. Zum 
Beispiel eine versteckte Vitrine im Plumpsklo. Oder das Angebot in der 
Gesindekammer: Hier können Kinder spielen, sich verkleiden und sich in 
die Strohsack-Betten legen. 

Beobachtet wurde, dass Kinder zuerst nicht in`s Museum wollten, dann 
aber kaum davon lassen konnten. Auch Klassen sind willkommen. Es 
gebe ein museumspädagogisches Angebot. Das sei aber in den 
Hintergrund geraten. Jetzt müssten von der Stiftung Impulse kommen, 
wenn es reaktiviert werden sollte. 

Täglich geöffnet

Das gesamte Museum bezeichnete Peter Bretscher als Gesamtkunstwerk, 
das auch alle bescheidenen Nebenräume einschliesst. Der Besucher kann 
in fast jeden Winkel des Hauses. Das ist in anderen Museen kaum 
möglich. Dabei werden unscheinbare Sachen entdeckt. So etwa im Estrich 
ein langer Stecken. Oben ist ein grauer Kolben zu sehen. Er diente dazu, 
um Fäden der Spinnen runter zu holen. 

„Obwohl es das wahrscheinlich früher überall gab habe ich das noch in 
keinem Museum gesehen“. Ein Markenzeichen des Hauses sind auch die 
Hühner. Oft werde er auf das Museum mit den freilaufenden Hühnern 
angesprochen. 

Eine Besonderheit sind auch die Sasha Morgenthaler Puppen. Da es 
Besucher gab, die aufgrund dieser Ausstellung kamen, wurde sie 
verlängert und ergänzt. Gezeigt wird nun auch ein Teil des Ateliers. Eine 
weitere Attraktion sind die kulturellen Matineen. Sie entstanden aufgrund 
der Initiative von August Scherrer, dem ersten Museums-Kustos. 

„Er hat die Lesungen und musikalischen Darbietungen mit Elan und 
Freude ins Leben gerufen“. Das Museum biete damit der Kultur ein Forum 
und füge sich in das kulturelle Angebot der Stadt. 

Geöffnet ist das Museum vom 1. März bis 31. Oktober von 10.00 bis 
17.00 Uhr.


Peter Spirig (psp)
© Text und Fotos von Peter Spirig



Am Sonntagmorgen konnten Sasha Morgenthaler Puppen und das Atelier noch in Ruhe angeschaut
werden... (1)


Am Sonntagmorgen konnten Sasha Morgenthaler Puppen und das Atelier noch in Ruhe angeschaut
werden... (2)


Am Sonntagmorgen konnten Sasha Morgenthaler Puppen und das Atelier noch in Ruhe angeschaut
werden... (3)


... Am Nachmittag wurde es im Lindwurm selbst im Parterre sehr eng


Claudia Pia Eimer und Peter Bretscher. Die Stadtpräsidentin hält ein Tresterstöckli in der Hand,
denn auch der Lindwurm hatte einen Rebberg
 


Sonntag, 4. November 2012

NEU: Stiftung Carl und Margrit Roesch *** Filmvorführung "das Geheimnis der Heie"

NEU: Stiftung Carl und Margrit Roesch *** Filmvorführung "das Geheimnis der Heie" 
(vom Rhein zur Alp) (von Urs Roesch) 02.11.2012



Die Stiftung Carl und Margrit Roesch

lädt herzlich zu diesem wunderbaren Film ein.
Der seltsame Weg vom Rhein zur Alp fasziniert.
Via Zürich, Kopenhagen, Diessenhofen, Carrara,
Ennetbühl, St.Gallen führt er durch wunderschöne
Landschaft zu einem grossen Kunstwerk.
Eine wahre Geschichte über mit dem Städtli und
den Kräften der Natur verbundenen Mäzenen.



Samstag 17. Nov.19.00
im neuen Eventraum Museum Diessenhofen
Dauer etwa 50 Minuten. Danach Apéro.
Eintritt frei, Kollekte.





MERKE:

Lediglich lesen ist out - heute diskutiert man darüber -auf dem Latschariplatz!


Donnerstag, 24. Mai 2012


Die Titelseiten-Reportage *** Das "Haus gewesener Zeiten" #1Datum: 25.05.2012, 01:24   


Guido Elser, Diessenhofen 
Tel: 052 657 17 80
Natel 077 415 73 43 
guido.elser@shinternet.ch


Gewesene Zeit

«Lebendes Museum» öffnet am 2. Juni 2012

Monika Stahel, die ihren Kostümverleih und Wohnsitz von
Schaffhausen nach Diessenhofen verlegte, ist in Schaffhausen bestens
bekannt durch ihre gekonnten Inszenierungen vergangener Zeiten.


Diessenhofen 

Immer wieder gelang es ihr in der Munotstadt, ihren grossen 
Freundeskreis für ihre Inszenierungen zu gewinnen. Im Zentrum ihres 
Tuns steht ihr geradezu unermessliche Kostümfundus, der die gewesene 
Zeit 1900 bis 1970 abdeckt. 

So hatte sie unvergessen spontane Auftritte von 20 jungen Badenixen in 
Badekostümen der 40-er Jahre in der Rheinbadeanstalt Schaffhausen 
oder eine Gotthelfsche Kindstaufe auf ihrem Kirchgang am Sonntagmorgen 
mitten durch die noch ruhige Stadt, oder da waren die keifenden 
«Wöschwiiber» am Landsknechtbrunnen. 

Das sind einige der spontanen Stahel- Inszenierungen der letzten Jahre. 
Dazu kommt der bereits traditionelle Kostümverleih an die Schaffhauser 
Sommertheater oder an die Schaffhauser Operettenbühne.

Stahel-Kostümverleih neu in Diessenhofen 

Und nun befindet sich dieser Kostümverleih im ehemaligen Restaurant 
Bahnhof in Diessenhofen, das einer Freundin von M. Stahel gehört und 
das letztere nun mieten konnte. Auch für ihre kleine private Wohnung 
bot sich Platz in diesem grossen Haus. 

Es begann mit zwei alten Koffern

Wie Monika Stahel erzählte, begann die «Herrlichkeit mit der 
Jahrhundertwende», wie sie sich im Gespräch ausdrückte, vor etwas 
20 Jahren mit zwei alten Koffern. Daraus ist die grosse Sammlung an 
Kleidern und Alltagsgegenständen aus sieben vergangenen Jahrzehnten 
(etwa 1900 bis 1970) entstanden. Im «Haus zur gewesenen Zeit» 
(ehemaliges Restaurant Bahnhof) haben nun diese Schätze eine neue 
Bleibe gefunden. Und die unermüdliche Sammlerin präzisierte. 

«Ich möchte meine riesige Sammlung nicht einfach als Museum 
präsentieren. Es ist mir wichtig, dass die Sachen getragen und benutzt 
werden. Diese alten Kleider und Gegenstände sollen auch leben und eine 
Bresche in die heutige Zeit schlagen und die Veränderlichkeit bewusst 
machen. 

In weiteren Inszenierungen soll diese Idee in den öffentlichen Raum 
getragen werden. Und die vielen Kleider vergangener Zeiten und die 
unzähligen originalen Accessoires werden auch ausgeliehen. 

Gemütliches Beizchen mit besonderer Ambiente

Im Parterre des Hauses hat die Gestalterin Stahel mit alter Möbilierung 
ein gemütliches Beizchen eingerichtet. Und gleich daneben befindet sich 
die riesige Sammlung von alten Schulbüchern und weiterem Material aus 
ehemaligen Schulzimmern. 

Die Räume im Parterre und dazu der Garten unter Kastanienbäumen kann 
auch gemietet werden . Denkbar sind Aperos, Geburtstage oder 
Familienfeste in ganz besonderer Ambiente. Platz hat es für Gruppen bis 
zu 40 Personen. 

Solche Anlässe können unter eigener Regie oder in Regie des Hauses 
durchgeführt werden so zum Beispiel als «inszenierter Apero». Spannend 
ist für kleinere Gruppen auch ein Gang durch den Kostümverleih im ersten 
Stock und zur Sammlung Wintersport der 30-er und 40–er Jahre in den 
Kellerrräumen. 

Auf Unterstützung von aussen angewiesen!

Wie von Monika Stahel weiter zu erfahren war, ist der kulturelle Teil ihres 
umfangeichen Projektes : Betreuen, Ausstellen und Inszenierungen und 
weitere Aktivitäten auf Unterstützung von aussen angewiesen. Ab einem 
Jahresbeitrag von 100 Franken kann man Mitglied des Vereines 
«gewesene Zeit» werden. 

Spenden in beliebiger Höhe sind willkommen. Vereinspräsident Richard
Meier Tel. 052 620 29 50
 gibt gerne weitere Auskunft.

Mit Stahel-Inszenierung

Am Samstag, 2. Juni findet ab 13. Uhr die Eröffnungsfeier des lebenden 
Museums «gewesene Zeit» statt. Der Anlass ist öffentlich und dauert bis 
etwa 17 Uhr. Natürlich verbindet Monika Stahel diesen Anlass mit einer 
Inszenierung mit etwa 30 Leuten. 

An der Feier sprechen die Journalistin Praxedis Kaspar und Radio-
Journalist Christian Schmid
. Private Besuche im Haus «gewesene Zeiten » 
sind nach telefonischer Vereinbarung mit Monika Stahel Bahnhofstrasse 
16 möglich ( Tel 052 654 10 90.) 


Guido Elser (ge)
© Text und Fotos von Guido Elser




Monika Stahel, eine Meisterin im Inszenieren gewesener Zeit.


Blick ins nostalgische Beizchen, das gemietet werden kann.


Damengarderobe der Vergangenheit


Männerkleidungen bereit zum Ausleihen


Schulmaterial aus vergangenen Zeiten


Alte Schuhe und Kleider in grosser Zahl


Ein Fundus an alten Schirmen


Die Eröffnung ist angekündigt!


Das Haus zur gewesenen Zeit am Diessenhofer Bahnhof


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