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Mittwoch, 13. November 2013

Konzert RiverVoices und Rodenberg-Ensemble




Konzert RiverVoices und Rodenberg-Ensemble

Hans im Glück

Der Gospelchor River Voices und das Blockflöten-Ensemble Rodenberg
verbanden am Sonntag in Diessenhofen stimmungsvolle Musik mit einer
rührenden Geschichte.


Rund 180 Gäste liessen sich in der Katholischen Kirche Bruder-Klaus von 
Gesang und Flötenmusik verzaubern. Die Geschichte von Hans, frei nach 
der Titelfigur aus Grimms Märchen „Hans im Glück“, zog sich wie ein roter 
Faden durch das Programm. „Jürgen Meurer, Tenor bei den River Voices, 
hatte diese Geschichte vorgeschlagen“ erklärte Anna Kradolfer, Mitglied 
des Gospelchors.

Als Erzähler amtete Willi Baumgartner aus Schlattingen. „Hans hatte 
sieben Jahre bei einem Senn in den Bergen gearbeitet“, beschrieb er die 
erste Szene. Passend dazu spielte das Blockflöten Ensembles unter der 
Leitung von Monika Meyenhofer das Stück „Vom Eggishorn“. Diese 
Melodie hatte Josef Manser für Alphörner geschrieben. 

Der Erzähler schilderte in der Folge, wie Hans für einen Klumpen Gold 
nach vielen Tauschgeschäften einen einfachen Stein erhält und 
schliesslich mittellos aber glücklich mit seiner geliebten Gianna Hochzeit 
feiert. Der Gospelchor und das Blockflöten-Ensemble unterbrachen die 
Erzählung mit Musik, die zur Geschichte passte. 

Wenn zum Beispiel Hans seine Wanderung fortsetzte, spielten die 
Blockflöten einige Takte aus „A Swingin‘ Safari“, einem Hit aus dem Jahr 
1962 von Bert Kaempfert. In Anpassung an die Musik änderte der 
Erzähler seine Geschichte. 

So liess er zum Beispiel für „Eu e Voce“ Hans von Brasilien träumen oder 
für „the blue Danube“ einen Gast von der Donau auftauchen. Die 
Gebrüder Grimm hätten sich sehr gewundert.

Begeisternde Darbietungen

Die präzis gespielten Blockflöten, vom dunkel klingenden Bass bis zum 
hellen Sopran, liessen eine phantastische Klangfülle entstehen. Vor allem 
das kristallklare Spiel der Sopranflöten kam





Samstag, 14. September 2013

Schauerliches Diessenhofen *** Der Nachtwächter geht um!

NEU: Schauerliches Diessenhofen *** Der Nachtwächter geht um! (von Dieter Ritter) 14.09.2013
http://www.bannjongg.com/cgi-bin/sbb/sbb.cgi?&a=show&forum=60&show=177&start=0#0

Schauerliches Diessenhofen

In Diessenhofen geht am 21. September und an zwei weiteren
Samstagen ein Nachwächter um. Mit Hellebarde, Laterne und Signalhorn
streift er durch die historische Altstadt. Er erzählt seinen Gästen lustige
und auch schauerliche Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten.


Als Nachtwächter amtet Sekundarlehrer Martin Harzenmoser aus 
Flurlingen. Mit Hilfe von Bruno Scheurer, bis Ende 2009 Kurator des 
Ortsmuseums, verschaffte er sich Kenntnisse über das alte Diessenhofen. 

Er stöberte in historischen Archiven und in der Stadtbibliothek 
Schaffhausen und kennt jetzt viele Geschichten rund um das 
mittelalterliche Städtchen. Als kleinen Vorgeschmack erzählte 
Harzenmoser vom Ritter Molli. Dieser habe die Bürger von Diessenhofen 
drangsaliert. 

Als Rache hätten sie seinen „Schiisserker“, das ans Haus angebaute Klo, 
angesägt, so dass der verhasste Ritter beim nächsten Latrinengang in 
die „Schiissgruebe“ gestürzt sei. Harzenmoser weiss noch viele andere 
kuriose und makabre Geschichten. Er heckte auch, zusammen mit Beatrice 
Hanhart, viele Überraschungen für die Gäste aus. 

Hanhart organisiert die nächtlichen Führungen zusammen mit dem 
Verkehrsverein Diessenhofen VVD. Einen Kostenbeitrag leisten die Stadt 
Diessenhofen und das Seminarhotel Unterhof.

Der letzte Nachtwächter


Bis zur Wende zum 20. Jahrhundert wurden die Strassen mit Laternen 
beleuchtet, betrieben mit Kienspänen, Oelen und Fetten und später mit 
Gas. Sie mussten einzeln angezündet und .... (weiterlesen...) 




Samstag, 4. Mai 2013

Museum zum Goldenen Leuen




Museum zum Goldenen Leuen Diessenhofen
Neues Museum

Die Apothekerfamilie Brunner macht ihre Privat-Sammlung der
Öffentlichkeit zugänglich. Die Familienstiftung „zum Goldenen Leuen“
zeigt Raritäten aus der Zeit von 1821 bis 1963.
 

Am Montag führte Bruno Giuliani, Stiftungsrat, sieben geladene Gäste 
durch die Ausstellung.

Im Haus zum Goldenen Leuen, Hauptstrasse 8 in Diessenhofen, werden 
die Besucher in die Zeit zurückversetzt, als Apotheker Tinkturen und 
Salben noch selber herstellten. Die Pharmazie-Historische Ausstellung ist 
im dritten Obergeschoss. Zu bestaunen sind Laboreinrichtungen und 
Möbel einer alten Apotheke. 

Es handelt sich um Gegenstände aus der Zeit, als Familie Brunner im 
Nachbarhaus die Stadtapotheke betrieb, welche heute Ernst Alder 
gehört. Nebst pharmazeutischen Artikeln enthält die Sammlung Münzen, 
Zunftzeichen und Wappenscheiben. 

Kinderzeichnungen an der Wand stellen Szenen aus der Medizin dar mit 
Bezug auf Gegenstände der Ausstellung. Eindrücklich ist die 
Rezeptsammlung mit mehr als 14000 Rezepten von Ärzten und Tierärzten 
aus Diessenhofen und Gailingen, Deutschland. 

Die Bibliothek im zweiten Obergeschoss ist vollgestopft mit uralten 
Büchern, viele davon von hand geschrieben. Dort steht ein Winterthurer 
Turmofen. Seine Kachelbilder zeigen Szenen aus dem menschlichen 
Lebensrhythmus mit originellen Sinnsprüchen. 

Für das Alter steht zum Beispiel „wer schwachen Eltern nicht die 
Schuldigkeit erweist, der wird, auch alt und schwach, mit Kindergrütz 
gespeist.“ Eine Inschrift auf dem Kranz deutet darauf hin, dass der Ofen 
1685 gebaut wurde, wahrscheinlich gleichzeitig mit dem Hausbau. 

Das Haus ersetzte ein Holzhaus mit Stallungen. Familie Brunner kaufte 
kirchliche Gegenstände, zum Beispiel Altäre. Diese sind im Erdgeschoss 
ausgestellt. Sie stammen aus dem ehemaligen Kloster St. Katharinental 
und aus der Stadtkirche.

Apotheker-Familie Brunner

Vor mehr als vierhundert Jahren kamen die Vorfahren der Familie Brunner 
nach Diessenhofen. 1606 wurden sie eingebürgert. Seit damals nennen 
sie sich „Brunner“. Ihre Nachkommen waren berühmte Mediziner. Sie 
kauften 1785 den Unterhof, wo sie praktizierten und eine Augenklinik 
betrieben. 

1821 gründete Jonas Friedrich Brunner eine Apotheke. Er übergab sie 
seinem Sohn Alfred und dieser seinem Sohn Erwin. Erwin Brunner führte 
die Apotheke bis 1963. Die drei Apotheker-Generationen trugen die mehr 
als zweitausend Kostbarkeiten der Ausstellung im Goldenen Leuen 
zusammen. 

Das meiste stammt aus ihrer Tätigkeit, vieles kauften sie dazu.
Der Schwiegersohn von Erwin Brunner, Hans W. Schmid aus Zug, 
gründete 1974 zusammen mit seiner 2012 verstorbenen Ehefrau Regula 
Schmid-Brunner aus Diessenhofen die Stiftung zum Goldenen Leuen. Sie 
hat den Auftrag, die Brunner-Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu 
machen. 

Mitglieder des Stiftungsrates sind Bruno Giuliani, alt Bürgerpräsident von 
Diessenhofen, und Angehörige der Familie Brunner.

An Tagen der offenen Tür, 24. bis 26. Mai, 21. bis 23. Juni und 13. bis 15. 
September, ist die Sammlung öffentlich zugänglich. Von Mai bis Oktober 
können Gruppen von maximal 12 Personen eine Führung vereinbaren. 
Kontaktformular siehe 

http://stiftungzumgoldenenleuen.ch. 


Dieter Ritter (dr)
© Text und Fotos von Dieter Ritter



Bruno Giuliani, Mitte, erklärt seinen Gästen das Altarbild in der Hauskappelle im Erdgeschoss.


Bruno Giuliani, rechts, begrüsst seine Gäste mit einem Weisswein aus der Gegend.


Bruno Giuliani, 3. Von links, zeigt seinen Gästen die Apotheke im 3. Obergeschoss.


Bruno Giuliani, rechts, weist auf die originellen Sinnsprüche auf dem Turmofen in der Bibliothek hin



Montag, 29. April 2013

Pubertät – Achtung Baustelle!




Pubertät – Achtung Baustelle!

Am Mittwochabend erklärte der Jugendberater Olivier Andermatt aus
Uster, warum die endlosen Auseinandersetzungen mit Pubertierenden
nötig sind.


Rund 60 Zuhörer kamen in die Aula des Schulhauses Zentrum in 
Diessenhofen. „Alles ist im Umbruch. Baustellen, soweit das Auge reicht“. 
So beschrieb Andermatt den Übergang vom Kind zum Erwachsenen. Er 
eröffnete sein Referat mit einem Fragespiel. 

Wer Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren hat, soll aufstehen. Es war die
klare Mehrheit im Saal. Dann folgten weitere Fragen. Sie waren ernster 
Natur, aber träf und humorvoll formuliert, und es wurde viel gelacht. 

Anhand von Zitaten von Jugendlichen zeigte Andermatt deren 
komplizierte Gemütslage auf, zum Beispiel „ich bin im Schwebezustand. 

Alles ist kompliziert und ich bin auch kompliziert.“ Andermatt

erklärte den Zusammenhang zwischen der altersbedingten körperlichen 
Entwicklung und dem Verhalten der Jugendlichen. 

Bis zum Start der Pubertät, bei Mädchen etwa im elften und Jungen etwa 
im zwölften Lebensjahr, wachsen unzählige neue Verbindungen im 
Gehirn. Ab dann werden nicht gebrauchte Verbindungen gelöscht.

Das Gehirn passt sich so an die jeweilige soziale und kulturelle Umgebung 
an. Dies bewiesen Neurobiologen mit modernen bildgebenden Verfahren, 
zum Beispiel MRI (Magnetic Resonance Imaging). Andermatt erklärte nicht 
nur die Zusammenhänge, er gab auch Ratschläge. 

Wenn zum Beispiel die Tochter nicht wie vereinbart um 11 Uhr zu Hause 
sei, könnten die Eltern einige Kollegen anrufen und sagen, man sei
besorgt. Wichtig sei, den Kindern Grenzen zu setzen. Dabei soll ihnen 
Spielraum für eigene Erfahrungen, auch negative, gelassen werden. 

„Nicht kneifen, wenn das Kind eine Grenze überschreitet, sondern sich 
der Auseinandersetzung stellen. So fühlt sich das Kind ernst genommen“ 
rät Andermatt.

In der Pause offerierte der Elternrat der Sekundarschule einen Apero. 

Er hatte den Anlass organisiert. Dessen Präsident Beat Leuenberger 
fungierte als Moderator.

Nach der Pause diskutierten die Gäste über das Gehörte. Eine Zuhörerin 
fragte, wer in der Pubertät schwieriger sei, Mädchen oder Buben. „Mit 
Mädchen findet man leichter das Gespräch, mit Buben kann man einfacher 
etwas unternehmen“ antwortete Andermatt. 

Die Gäste diskutierten dann die Frage, wie man das Gespräch
mit einem verschlossenen Kind findet. Sie waren der Meinung, dass man 
sich für scheue Jugendliche noch mehr Zeit nehmen müsse. 

Karin Salzmann, Sozialarbeiterin an der Schule Diessenhofen, erzählte, 
sie habe einmal einen Brief geschrieben, um ein Kind zu erreichen. 
Andermatt gab zu bedenken, es sei oft schwierig zu unterscheiden, ob 
Jugendliche für sich sein wollen oder ob sie ein echtes Problem haben.

Der Psychotherapeut Olivier Andermatt arbeitet seit rund zwanzig Jahren 
als Jugendberater. Er ist Mitbegründer von „Respect!“. Diese Organisation 
bietet Selbstbehauptungskurse für Jungs an. 

Als erfahrener Karate- und Aikido-Kämpfer ist Andermatt Anleiter für 
„Kampfesspiele“, einer Form von Gewaltprävention. Er bringt den jungen 
Männern bei, wie sie sich in Konflikten besser behaupten können.


Dieter Ritter (dr)
© Text und Fotos von Dieter Ritter



Olivier Andermatt, erfahrener Jugendberater, referierte über den Übergang vom Kind zum
Erwachsenen.



Die Zuhörer, meistens Eltern von Kindern in der Pubertät, folgten gespannt den Ausführungen
von Olivier Andermatt, Jugendberater


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Donnerstag, 28. März 2013

Ein Riesenschritt in die Zukunft





Mühle Bachmann, Willisdorf
Riesenschritt in die Zukunft

Die Mühle Bachmann AG in Willisdorf nahm letzten Sommer eine neue
Futtermühle in Betrieb.


Sie ersetzt die Mühle, welche Familie Bachmann vor rund 50 Jahren 
gebaut hatte. In der neuen Anlage wird Getreide und Ölsaat von Bauern 
aus der Umgebung zu Tierfutter verarbeitet. Pro Stunde können etwa 8 
Tonnen gemahlen und gemischt werden. 

Die Firma Bühler in Uzwil baute die Mühle und die Misch- und Förderanlagen. 
Für die neuen Maschinen und Einrichtungen musste Familie Bachmann ein 
25 Meter hohes Fabrikgebäude erstellen lassen. Die statischen 
Anforderungen waren enorm. Als Unterbau wurden etwa 20 Meter lange 
Pfähle in den Boden gerammt. „Wir haben mehrere Millionen Franken 
investiert“ erklärte Reto Bachmann. 

Er leitet die Mühle zusammen mit seinem Bruder Beat in sechster 
Generation. Auch sein Onkel Max Bachmann ist oft in der Mühle 
anzutreffen und bietet der jungen Generation seine Erfahrungen an. 

Die Mühle ist seit 1857 in Familienbesitz und wurde immer von 
Familienmitgliedern geleitet. Die Bachmann Mühle AG beschäftigt derzeit 
14 Mitarbeiter. 

Die heutigen Mühlen verkleinern das Material mit Eisenschlägern. Sie 
werden deshalb „Schlagmühle“ genannt. Bis vor etwa 150 Jahren sei mit 
Steinen gemahlen worden. Der Abrieb der Steine sei mit dem Mehl 
gebacken worden und habe den Leuten die Zähne abgeschliffen, erklärte 
Bachmann.

Qualität dank moderner Technik

80 Prozent der Produktion läuft vollautomatisch ab, gesteuert in einer 
Kommandozentrale. Dort wird der Auftrag eingegeben. Der Computer ruft 
aus seinem Speicher die Mahlstruktur und das Mischungsverhältnis für 
das gewünschte Futtermittel ab und steuert die Maschinen. 

Auf zwei Bildschirmen kann der Produktionsablauf verfolgt werden. Jeder 
Schritt wird protokolliert. Falls Probleme auftauchen sollten, wäre es 
möglich nachzuweisen, was in welcher Menge im Endprodukt jedes 
Auftrages enthalten ist. 

Seit 1999 ist die Mühle Bachmann ISO-zertifiziert

„Im Vergleich zu ausländischen Mühlen sind wir eher wie ein kleiner 
Laborbetrieb. Trotzdem ist unsere Betriebsgrösse optimal, da wir nur 
regional tätig sind“ erklärte Beat Bachmann. Auch sein Bruder Reto ist 
zuversichtlich. 

„Unsere nahe Zukunft ist gesichert, aber was die Politik vorhat, weiss 
man natürlich nicht“ sagte er. Die nächste Generation, derzeit ein 
Mädchen und drei Buben, wird vielleicht den Betrieb weiterführen. Das 
älteste Kind seivier Jahre alt aber es renne bereits in der Mühle herum, 
erzählte Reto Bachmann.

Grüner Strom

Bis zu zehn Prozent des Strombedarfs deckt die Mühle mit ihrem 
Stauwehr im Geisslibach. Der Generator leistet je nach Wasserstand etwa 
40‘000 bis 60‘000 Kilowatt-Stunden. Die Konzession für das Wehr ist 
2005 abgelaufen. 

Familie Bachmann hat in diesem Jahr ein Projekt für eine Fischtreppe beim 
Kanton eingereicht. Sie erfüllt damit die Auflagen für die Konzessions-
Verlängerung. Weiteren „grünen“ Strom produziert Hanspeter Neukomm 
aus Abfällen der Mühle Bachmann in seiner Biogasanlage in Thayngen.


Dieter Ritter (dr)
© Text und Bilder von Dieter Ritter



Reto Bachmann erklärt die komplizierten Fördereinrichtungen


In diesem imposanten Anbau ist die neue Mühle untergebracht


Reto Bachmann steuert von hier aus die Mühle


Mittwoch, 20. März 2013

Konzert Musikschule (MSUR) *** Musikalisches Mosaik


(von Dieter Ritter) 19.03.2013


Konzert Musikschule (MSUR)
Musikalisches Mosaik
18.3.2013

Ein Konzert der Schülerinnen und Schüler der Musikschule Untersee und
Rhein MSUR lockte am Montag etwa 60 Gäste in die Aula des Schulhauses
Zentrum in Diessenhofen.


Das Programm mit dem Titel „Musikalisches Mosaik“ spannte einen Bogen 
vom Gospel und traditionellen Volkstanz über Pop der 50er-Jahre bis hin 
zu aktuellen Hits. 

Bei den 13 Auftritten kamen sechs verschiedene Instrumente zum 
Einsatz. Besonders beliebt bei den Schülern ist die Violine. Sechs der 17 
Kinder spielten dieses anspruchsvolle Instrument.

Ein Leckerbissen zum Schluss

Robin Bührer durfte das Konzert eröffnen. Er spielte auf seiner Gitarre 
Tarantelle, einen traditionellen Volkstanz. Die Darbietung seines Bruders 
Severin, Schlagzeug, wurde dank heissen Rythmen dem vielversprechenden 
Titel „Groovin’on“ gerecht. 

Es war sein erster öffentlicher Auftritt. Exotische Musik wählte Michele 
Cannata. Er spielte auf seinem Altsaxophon das Jiddische Stück Donna 
Donna. Musiklehrer Stefan Christinger begleitete sie auf dem Klavier. 

Auch mit bekannten und gefälligen Melodien wie „a whiter shade of pale“, 
„love me tender“ und „oh when the saints“ boten die Kinder beste 
Unterhaltung. Die Violinistinnen Anisha Habrik und Laura Capuano liessen 
sich etwas Spassiges einfallen. 

Sie spielten ein Solo-Duett, das heisst, Anisha drückte die Saiten auf dem 
Steg während Laura den Geigenbogen führte. Ein Leckerbissen zum 
Schluss war das Duett für Querflöten in G-Dur von Wilhelm Friedmann 
Bach. Lenard Zimmermann spielte das anspruchsvolle Stück zusammen 
mit seiner Musiklehrerin Anne-Marie Rohr. 

Die grossartige Darbietung der schönen Melodie aus der Zeit der 
Frühklassik bezauberte die Zuhörer. Sie spendeten begeistert Applaus. 
Das Spiel des 14-jährigen Musikers Lenard war perfekt. Es erstaunt, dass 
er erst seit fünf Jahren Querflöte spielt. „Den Adrenalin-Schuss, den 
Musiker erfahren, wenn sie auf die Bühne kommen, kann Lenard in gute 
Musik umsetzen“ lobte Jean-Pierre Dix den Künstler. Dix leitet die 

Musikschule MSUR.

Der Auftritt vor Publikum war für die Nachwuchs-Künstler eine grosse 
Herausforderung. Einige trafen nicht immer den rechten Ton, denn 
manche spielen ihr Instrument erst seit wenigen Monaten. Trotzdem 
schafften sie es, während einer Stunde das Publikum zu begeistern.

Am 25. März findet der nächste Anlass der MSUR statt. Beim traditionellen 
„Forum zum Quartalsende“ musizieren Schüler im Singsaal der 
Sekundarschule Eschenz.


Dieter Ritter (dr)
© Text und Fotos von Dieter Ritter



von links: Laura Capuano und Anisha Habrik beim gemeinsamen Spiel auf einer Violine


Lenard Zimmermann und seine Musiklehrerin Anne-Marie Rohr spielen hervorragend Querflöte


Der achtjährige Luis Vetterli spielt seit zwei Jahren Schlagzeug


Michele Cannata spielt auf dem Altsaxophon eine Jiddische Melodie. Er trägt seinen auffälligen
Hut mit sichtlichem Stolz


Philip Laib spielte in der 5-köpfigen Geigergruppe, zusammen mit Anisha Habrick, Laura Capuano,
Tobias Möckli und dem Musiklehrer Erich Meili


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Dienstag, 12. März 2013

Dora und Fredy Herzog - Kochen aus Leidenschaft




Restaurant Huuswurz
Dora und Fredy Herzog


Kochen aus Leidenschaft

Das Gourmet-Restaurant Huuswurz in Schlattingen schliesst. Dora und
Fredy Herzog führten es während 15 Jahren.


„Wir wollen nicht von hundert auf Null arbeiten“, erklärte Dora Herzog. Sie 
wird noch bis Ende März 2014 an sechs Tagen pro Monat für ihre Gäste 
kochen (siehe Textbox). 

„Es war ein 120 Prozent-Job“ beschreibt sie den Einsatz für ihre 
Gaststube. Hier konnte sie ihre Kochleidenschaft ausleben. Im 
Unterschied zur etablierten Küche nach dem Prinzip „man nehme“ schuf 
sie immer wieder neue Kreationen. Alles war hausgemacht mit Zutaten 
aus der Gegend. 

Zu jedem Hauptgang verwendete Dora mindestens ein Produkt aus dem 
eigenen Garten. Ihr Mann Fredy war für die Gaststube und den Einkauf 
zuständig. Wichtig war ihm die Wahl der Weine. Sie müssen zum 
hochstehenden Angebot aus der Küche passen. Dora und Fredy nennen 
ihr Lokal liebevoll „Es Beizli rund um de Chrütergarte“.

Der weite Weg zur Selbständigkeit

Dora Herzog arbeitete nach ihrer Kochlehre an Saisonstellen, zum Beispiel 
in Crans-Montana und Lausanne. 1972 wanderte sie mit ihrem Mann 
Fredy nach Südafrika aus. Fredy leitete dort im Auftrag der Alusuisse den 
Bau von Industriehallen. In Südafrika arbeitete Dora hauptsächlich als 
Hausfrau und Mutter und gab gelegentlich Kochkurse. 

1983 kehrte das Ehepaar Herzog mit seinen drei Kindern in die Schweiz 
zurück und baute in Schlattingen ein Einfamilienhaus. Dora arbeitete als 
Köchin bei Henri Hauenstein in seinem Restaurant in Büsingen. 

„Hauenstein war ein Koch mit eigenen Ideen. Das hat mich beruflich 
geprägt“ erinnert sie sich. Fredy nahm eine Stelle als Bauleiter für 
Grossbauten beim Generalunternehmer Steiner an. 1999 richtete Familie 
Herzog in ihrem Einfamilienhaus das Restaurant Huuswurz ein. Fredy 
besuchte einen Service-Kurs. „Ich war einziger Mann unter 12 Frauen“ 
erzählte er.

Im Ruhestand

Die durch die reduzierten Oeffnungszeiten gewonnene Freizeit nutzt Dora 
Herzog, um sich auf ihr Rentnerinnen-Leben vorzubereiten. Sie sammelt 
die Erfahrungen ihrer langen Kochkarriere in Bildern und kurzen 
Geschichten. 

„Es soll nicht ein Kochbuch werden, wie es schon Hunderttausende gibt“ 
erklärte Dora. Was genau daraus wird, wisse sie noch nicht. Fredy freut 
sich auf die Zeit nach dem Huuswurz. „Ich werde ein normales 
Rentnerleben führen. Das heisst für mich, meiner Frau bei ihrer 
Dokumentation helfen, den grossen Garten besorgen, Reisen und Sport 
treiben“ beschreibt er seine Pläne. 

„Wir hatten eine wunderbare Zeit mit unseren treuen Gästen im 
Huuswurz“ sind sich beide einig.

Schrittweise Schliessung

Bis Ende März 2014 gelten folgende reduzierte Öffnungszeiten: 
Freitag- und Samstagabend und Sonntagmittag jeweils in den ersten 
beiden Wochen jedes Monats. Für Gruppen ab acht Personen sind auch 
andere Termine möglich. Gutscheine sollten vor Ende August 2013 
eingelöst werden. 

Reservationen unter 052/657 17 29 oder huuswurz@bluewin.ch.




Dieter Ritter (dr)
© Text und Bilder von Dieter Ritter



In der Gaststube: Dora Herzog bespricht mit ihrem Mann Fredy die Menukarte


Fredy und Dora Herzog vor ihrem Haus in Schlattingen

Sonntag, 10. März 2013

Tango im Quadrat




Rathauskonzert Diessenhofen 

Tango im Quadrat

Beim Rathauskonzert unter dem Titel „Tango im Quadrat“ brachten am
Sonntag Daniel Zisman und sein Sohn Michael Argentinische Leidenschaft
nach Diessenhofen.


Einmal furios, dann wieder mit melancholisch anmutenden Melodien, 
entführten sie die Zuhörer in die Welt des Tangos. Vater Daniel spielte 
auf seiner Geige virtuos und in schönster Klarheit. Sein Sohn begleitete 
ihn auf dem Bandoneon, einem akkordeonähnlichen Instrument. 

Er setzte markant musikalische Akzente, ohne damit die Geige zu 
dominieren. Die Musiker spielten traditionellen Tango und Kompositionen 
von Astor Piazzolla, dem Erfinder des „nuevo Tango“. Sie zeigten auf 
eindrückliche Weise, wie Piazzolla den Argentinischen Tango weiter 
entwickelte. 

Bei seinen Kompositionen sind typische Tango-Elemente für den Laien oft 
nur schwer auszumachen. „Piazzolla gilt als Exzentriker, sowohl in seiner 
Musik wie auch als Person. Er war zum Beispiel Haifisch-Fischer“. Mit 
diesem und weiteren Kommentaren führte Michael Zisman durch das 
Programm.

Schweizerisch-Argentinisch

Vater Daniel ist in Buenos Aires geboren und lebt seit 1978 mehrheitlich in 
der Schweiz. Er hat den Tango im Blut. Schon als Kind studierte er Geige 
und wurde als 20-jähriger mit dem „Diploma d’Onore“ ausgezeichnet. 

Nach weiteren Studien in Siena, Rom, Moskau und Gstaad leitete er das 
Berner Symphonie-Orchester. In seinen Konzerten in Europa, Israel und 
Nordamerika spielt er überwiegend Musik aus Buenos Aires. Unter dem 
Namen Tango2 tritt er mit seinem Sohn Michael auf. Michael ist 
Schweizerisch-Argentinischer Doppelbürger. 

Er spielt seit seinem achten Altersjahr Bandoneon. Dieses Instrument ist 
vergleichbar mit einer Handorgel. Es wird vor allem im Tango-Orchester, 
dem sogenannten „Orquesta Tipica“ gespielt. In Europa wurde das 
Bandoneon durch das einfacher spielbare Knopf-Akkordeon verdrängt.

Der Andrang zum Konzert war riesig. Es wurden zusätzliche Stühle 
herbeigeschafft. Trotzdem mussten viele Gäste stehen. „So habe ich das 
noch nie erlebt“ erklärte Michèle Kuhn erfreut. Sie und ihr Mann Martin 
organisieren seit vielen Jahren die Rathauskonzerte. 

Beide sind Geigenbauer. In der Pause gab es Wein, offeriert von Familie 
Zahner, Weinbau Truttikon. Die Stadtgemeinde Diessenhofen hatte das 
Patronat übernommen und zahlte die Künstler-Gage. Der Eintritt war frei. 
Das nächste Rathauskonzert findet am 24. März statt. Das Septett 
„Camerata Semplice“ spielt Stücke von Schubert und Beethoven.


Dieter Ritter (dr)
© Text und Foto von Dieter Ritter



Duo „Tango2“: Daniel Zisman, Geige und sein Sohn Michael, Bandoneon


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Freitag, 22. Februar 2013

"Mondmusik" auf der Zwergenbühne


(von Dieter Ritter) 22.02.2013


Zwergebühni Diessenhofen
20.2.2013


Mondmusik in Diessenhofen

Im Pfarreisaal der katholischen Kirche Diessenhofen erlebten am Mittwoch
rund 80 Kinder, wie drei Zwerge dem Mond seine Musik und damit sein
helles Licht zurückbrachten.


Es beginnt dramatisch auf der Bühne des Puppentheaters. Der Mond 
leuchtet nur noch schwach. „Er hat seine Mondmusik verloren“ klagt der 
Mondsee-Fisch. Mit seinen roten und goldig glänzenden Schuppen 
schwimmt er in einer bunten Märchenwelt. 

Diese hatten die Puppenspielerinnen Maria Bickert und Monika Bruderer 
auf die nur vier Meter breite Bühne gezaubert. Drei Zwerge, Wyssbärtli, 
Rotbärtli und Blaubärtli, suchen die verschwundene Mondmusik. Eine 
Schildkröte mit Juckreiz singt ihre Version des Mondliedes, aus 
Dankbarkeit dafür, dass die Zwerge sie gewaschen haben. 

Ihr heiserer Gesang ist schrecklich, aber sie erreicht wenigstens, dass alle 
Kinder laut lachen. Auch die Raupe will den Zwergen helfen, wenn sie nur 
genug Blätter futtern darf. Ihr einziger Lebenszweck ist, viel zu fressen, 
damit sie sich in einen Schmetterling verwandeln kann. Auch ihr Gesang 
ist kaum besser als jener der Schildkröte. 

Alle Bemühungen sind umsonst. Wyssbärtli bittet deshalb den Zwergen-
König, ihnen mit seiner Zauberkraft beizustehen. Und welch ein Glück, die 
passende Mond-Melodie ist in der königlichen Schatztruhe. Endlich kann 
Wyssbärtli dem Mond seine Musik zurückbringen und alles ist wieder gut.

Die Kinder, selbst jene im Vorschulalter, verfolgten mit höchster 
Konzentration das Geschehen auf der Bühne. Bickert und Bruderer 
erzählten die spannende Geschichte mit einfachen Worten und gaben 
jedem Helden eine eigene Stimme. Die liebevolle Inszenierung schuf eine 
zauberhafte Atmosphäre.

Die Pro Juventute Diessenhofen organisierte den Anlass. Für die 
Begleitpersonen hatte sie ein gemütliches Beizli eingerichtet. Dort boten 
Conny Stäheli und drei weitere Helferinnen Kaffee und Kuchen an. Stäheli 
ist Regionalvertreterin für Diessenhofen der Pro Juventute Schaffhausen, 
welche das Eintrittgeld für das Theater gespendet hatte.

Dieter Ritter (dr)
© Text und Fotos von Dieter Ritter



Aufmerksam verfolgen die Kinder das Geschehen auf der Bühne


von links Monika Bruderer und Maria Bickert. Nach der Vorstellung durften die Kinder die
Helden der Geschichte anfassen


von links: Monika Bruderer und Maria Bickert am Mondsee




Donnerstag, 14. Februar 2013

Atommüll in Schlatt/TG


(von Dieter Ritter) 15.02.2013



Atomendlager Schlatt
Orientierung 13.2.2013


Atommüll in Schlatt

Für die Oberflächenanlage OFA eines Tiefenlagers für radioaktive
Abfälle bleibt der Standort Schlatt-Neuparadies weiter im Gespräch. Dies
geht aus der Informationsveranstaltung vom letzten Mittwoch im bis auf
den letzten Platz besetzten Gemeindesaal Schlatt hervor. 

Es referierten Vertreter der Gemeinde Schlatt, des Kantons, der Region 
Zürich-Nordost, des Bundes und der Nagra.

„Die erste Reaktion der Bevölkerung auf ein Atomendlager ist Ablehnung. 
Das verstehen wir“ sagte Kurt Engel, Gemeindeammann von Schlatt. Nach 
eingehender Prüfung lehne er den von der Nagra empfohlenen Standort 
für die OFA beim Bahnhof Schlatt ab. 

Er liege im Gewässerschutzbereich und die Zufahrtsrampe zum 
Tiefenlager würde mit 6 Kilometern zu lang. Auch die Nähe zum 
Wohngebiet und der Eingriff in schützenswerte Landschaft seien 
Argumente gegen den Standort. Diese Meinung teile auch die 
Regionalkonferenz Zürich Nordost, erklärte deren Präsident Jürg Grau. 

Als Hauptgrund für die Ablehnung führte Grau den Gewässerschutz an. 

Als Vertreter des Kantons Thurgau sprach Regierungsrat Jakob Stark. 
„Wir fordern, dass alle Standorte genau gleich untersucht werden“ 
betonte er und zeigte sich kämpferisch: „Einseitige Argumente aus 
politischen Gründen lassen wir uns nicht gefallen“. 

Michael Aebersold, Bundesamt für Energie BFE und Markus Fritschi, Nagra, 
erinnerten an die bisherigen Tätigkeiten und boten Einblick in die 
nächsten Etappen. Die Nagra realisiert im Auftrag des BFE und auf Kosten 
der Verursacher die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle aus der 
Schweiz. 

Diese fallen in Kernkraftwerken, Medizin, Industrie und Forschung an. Die 
Nagra schlug nach rein geologischen Gesichtspunkten mögliche Standorte 
für ein Atomendlager vor. Jetzt nehmen die Regionen Stellung. Bedenken 
gegen mögliche Standorte bedeuten nicht automatisch, dass diese nicht 
weiter untersucht werden. 

Einige Einwände werden als „Abwägungs-Kriterien“ gewertet. Es kann 
nicht sein, dass kein einziges Gebiet für das Atomendlager in Frage 
kommt. „Wir müssen hier Kompromisse machen“ erklärte Fritschi. 

Ab 2016 möchte die Nagra vertiefte Untersuchungen für nur noch wenige 
Standorte durchführen.

Weiteres Vorgehen

Etwa in acht Jahren wird der Bundesrat entscheiden, welche 
Standortgebiete für die Lagerung von hochradioaktiven Abfällen, HAA, 
und von schwach- und mittelaktiven Abfällen, SMA, in Frage kommen. 
Nach einer öffentlichen Anhörung erteilt der Bundesrat dann die 
Rahmenbewilligung. Sie untersteht dem fakultativen Referendum. 

„Es ist anzunehmen, dass eine eidgenössische Volksabstimmjung ein 
klares Ja zum vorgeschlagenen Standort ergäbe“ mutmasste Rau vor 
einem Jahr bei einer Informationsveranstaltung in Schlatt. Er zieht diesen 
Schluss, da die meisten Abstimmenden nicht aus der betroffenen Region 
stammen.

Die Experten stellten sich nach ihren Referaten den Fragen des 
Publikums. Ein Landwirt aus Schlatt wollte wissen, ob es bei der 
Standortwahl gerecht zugehe. Er meinte „Man stelle sich eine 
Probebohrung in Herrliberg bei den Reichen vor“. 

Fritschi machte darauf aufmerksam, dass in der ersten Phase Gebiete nur 
nach geologischen Gegebenheiten ausgewählt wurden. Weitere Votanten 
machten auf die Gefährlichkeit der Endlager aufmerksam. Das Risiko 
werde verharmlost. 

Sie befürchteten Kettenraktionen oder vergiftetes Wasser. Fritschi 
erklärte, dass Kettenreaktionen nicht möglich seien und beim Umpacken 
in der OFA und beim Transport kein Kühlwasser benötigt werde. Bauten 
und Stollen würden keine Grundwasser-Ströme berühren. 
Grundwasserschutz-Zonen seien aber kein zwingender Ausschluss-
Grund. 

Auf die Frage, wie Atommüll anders als in geologischen Tiefenlagern 
entsorgt werden könnte, wies Aebersold auf einige Alternativen hin, die 
diskutiert wurden. Zum Beispiel solle man den Müll im Meer versenken 
oder auf den Mond schiessen. 

„Alle Experten weltweit sind sich einig, dass nach heutigem Wissenstand 
das Tiefenlager die einzig gangbare Lösung ist“, erklärte Aebersold.

Nicht nur in der Schweiz

Der demokratische Weg, den die Schweiz für das Endlager-Problem 
gewählt hat, ist langwierig. Er bedingt eine enge Zusammenarbeit mit der 
Bevölkerung. Länder mit weniger direkter Demokratie sind jedoch nicht 
weiter als die Schweiz. 

Ein Wissenschaftsmagazin aus Österreich, Science ORF, stellte fest, dass 
es 440 Atomkraftwerke weltweit gebe aber kein einziges Endlager für 
hochradioaktiven Müll. Die Entsorgung sei weder politisch noch technisch 
gelöst.

Langfristige Lösung gesucht

Ins Endlager kommt ein Mix aus gefährlichen Abfallstoffen. Einige 
Elemente sind schon nach wenigen Jahren ungefährlich während andere 
nach vielen Millionen Jahren erst die Hälfte ihres Gefahren-Potentials 
abgebaut haben. 

Die Behauptungen, wie lange Atommüll als Ganzes gefährlich ist, liegen 
deshalb weit auseinander. Es handelt sich um mehr als hunderttausend 
Jahre, darin stimmen alle Schätzungen überein.


Dieter Ritter (dr)
© Bericht und Fotos von Dieter Ritter



von links: Jakob Stark, Regierungsrat, Markus Fritschi, Nagra, Jürg Grau, Präsident Regionalkonferenz
ZNO, Kurt Engel, Gemeindeammann Schlatt, Michael Aebersold, Bundesamt für Energie,
Moderator Urs Bachmann, freier Berater


Schlatt-Paradies: Vor diesem Industrieareal, gegenüber der Ziegelei, würde die OFA gebaut
 

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